Roadtrip mit Kindern durch Italien: Sonne, Meer und das beste Eis der Welt.

Elternreise Teil eins – Papamonat im Sommer 2020. Die mit diesem Jahr verbundenen Restriktionen ließen die Wahl des Urlaubsziels auf unser Nachbarland fallen. Eines, das wir bisher fast sträflich vernachlässigt hatten, denn eines ist sicher: auch mit Kindern kann Italien Dolce Vita.


Da es unsere erste Reise mit den drei Rabauken war (die Zwillis damals gerade mal 2,5 Monate alt) planten wir nicht viel vorab. Gerade anfangs ließen uns treiben, immer im Kopf, dass wir jederzeit abbrechen und zurückfahren könnten, sollte es aus irgendwelchen Gründen nicht klappen. Die Unterkünfte (meist Appartements mit 2 Schlafzimmern) buchten wir Großteils einen bis zwei Tage vorab, die Stationen wählten wir so, dass sie maximal 4 Stunden Fahrzeit auseinanderlagen und dazwischen suchten wir uns einen schönen Ort für eine längere Pause. Unerwarteterweise klappte das alles prima und die lieben Italiener freuten sich im Sommer 2020 über jeden ausländischen Touristen.

Station 1: Caorle – das Überraschungspaket

Entgegen unserer Erwarteungen war Caorle tatsächlich eine gute Wahl um den Roadtrip zu starten. Zwar waren die Unterkünfte im Preis-Leistungsniveau im Vergleich mit allen anderen unseres Trips unterirdisch, aber der saubere, flache Sandstrand mit unzähligen Spielplätzen ließen Mo frohlocken. Kombiniert mit unzähligen Starndbars, genug Wind zum Kiten für Mama und Papa und verhältnismäßig wenigen Touristen, war es nahezu perfekt. Sehr entspannt zumindestens. Mo jedenfalls hat es geliebt und lag uns den gesamten restlichen Urlaub in den Ohren, wir sollten dorthin zurückfahren. Pandemie-bedingt wurde natürlich die „Nebensaison“ etwas vorgezogen, weshalb wir Caorle fast nur mit Italienern teilen mussten.

Zwischenstopp: Bologna

Auf dem Weg von Caorle nach San Gimignano bietet sich Bologna als Zwischenstopp an. Hier kann man einen Abstecher ins historische Stadtzentrum machen, das mit seinem Markt und dem Torre glänzt. Wenn die Schlange vorm Dom gerade nicht zu lang ist, solltet ihr euch unbedingt die Aussicht vom Torre gönnen. Alternativ lädt der Giardino Margerita zur Verschnaufpause in einem großen grünen Park mit Spielplatz, Karusell, Teich und Enten ein.

Station 2: Die Toskana – Burgen, Drachen und Gelato

Die Toskana gab sich im August fast klischeehaft: Heiß und Trocken mit einem guten Schuss Mittelalter-Romantik und Zypressen-Topping. Das kleine Städtchen San Gimignano liegt im Herzen der Toskana muss den Vergleich mit Florenz und Siena nicht scheuen. San Gimignano ist kleiner, überschaubarer und ruhiger, bietet aber eine faszinierende, mittelalterliche Altstadt mit einer unvergleichlichen „Skyline“. Einzig die Moskitos braucht wirklich keiner. Keiner. Mückenspray und -Stecker nicht vergessen.

Zwischenstopp: Bologna

Wir lassen San Gimignano hinter uns und wollen ins bekannte Val d’Orcia. Nachdem unser Weg direkt an Siena vorbeiführt musste ein Pausenstopp dort natürlich sein. Wir verbanden den kurzen Stadtrundgang mit Kathedrale, Pizza und Eis.

Montepulciano

Der nächste Abstecher führte uns nach Montepulciano. Dieses entzückende Städtchen im mittelalterlichen Baustil mit Burg und Türmen ist klein und lebhaft und auf jeden Fall einer unserer toskanischen Lieblingsorte. Es liegt mitten im überaus sehenswerten Val d’Orcia und bietet sich auch als Ausgangspunkt für weitere Unternehmungen an.

Ausflug: Thermalbad Ba­gni di San Fi­lip­po

Von hier aus besucht man am besten die Thermen Ba­gni di San Fi­lip­po, eine 50 Grad heiße, natürliche Quelle, die eingebettet in eine idyllische Waldlandschaft wie der perfekte Prototyp moderner Thermenlandschaften wirkt. Der weiße Fosso Bianco schimmert in der Sonne während das milchig türkise Wasser die Felsen hinuntersprudelt und sich in vielen kleinen Becken sammelt.

Ausflug: Thermalbad Bagno Vignoni.

Wunderbar und etwas weniger bekannt und besucht ist auch das Bagno Vignoni. Im Zentrum des idyllischen kleinen Ortes befindet sich ein Antikes Thermalbecken, in dem schon die Römer badeten. Hier darf heute nicht mehr geschwommen werden, Möglichkeiten das warme Wasser zu genießen befinden sich entweder beim Luxusresort Hotel Posta Marcucci oder im etwas schwerer zugänglichen Naturbecken. Wunderbar kombinieren lässt sich das Naturbecken mit einer kleinen Wanderung durch die Umgebung. Wir würden das gerne mit Bildern untermalen, da ein echt heißer Tipp, die sind aber leider wohin auch immer verschollen 🙁 die Wanderung gibts auf unserem Komoot-Profil zum Nachmachen (https://www.komoot.de/tour/248223375?ref=wtd).

Weitere besuchenswerte Orte in der Umgebung sind der zweitgrößte See Italiens: der Trasimeno und der beeindruckende Monte Amiata.

Zwischenstopp: Tivoli

Auf unserem Weg gen Süden teilen wir den Weg mit einem Abstecher nach Tivoli, nahe Rom. Das Casa di Oeste sorgt für eine erfrischende Pause mit beeindruckenden Wasserspielen.

Station 3: Gaeta – beliebtes Hafenstädtchen und schöne Strände

Am Weg entschieden wir uns gegen die viel besuchte Amalfiküste und für Gaeta, ein kleines Städtchen, das vielmehr bei den Italienern, als bei ausländischen Touristen belibt ist. Hier trudelkten wir zwar genau zu Ferienende ein, weshalb hier schon erholsame Stille herrschte, allerdings war auch das Wetter nur bedingt badetauglich. Zwar war es warm, regnete aber den ganzen ersten Tag. Dennoch: Das Städtchen Ciceros ist nicht umsonst ein beliebtes Ziel bei den Italienern. Die Stadt mit seinen engen, charmanten Gässchen und unzähligen Minilädchen, in denen man alles bekommt was man so braucht, war eine gute Wahl.

Gaeta versprüht neben seinen mittelalterlichen Wurzeln reichlich studentischen Charme und beherbergt neben schönen Sandstränden (bei Sperlonga) und einer netten Uferpromenade auch jede Menge Bars in denen reges Nachleben herrscht. Auf jeden Fall lohnt sich eine kleine Wanderung in den historischen Teil der Stadt samt Montagna Spaccata, aber auch die blaue Grotte „Grotta del Turco“ sind sehenswert. Der bekannteste Strand ist der Spiagga del Serapo – unser Ding wars nicht, wir empfehlen stattdessen den Lido Ariana, den Spiagga le Scissure oder den Spiagga di 300 Scalini.

Station 4: Pompeji – alles Vulkan

Von Dort ging unsere Reise weiter nach Pompeji. Wir entschieden uns mit etwas Herzschmerz gegen einen Abstecher nach Neapel, entschieden aber, dass die Stadt mit unserem Bus, bei brütender Hitze im August und drei Kleinkindern im Schlepptau wohl keine besonders schöne Erfahrung werden würde.

Den Besuch von Pompeji und einem Aufstieg zum bekannten Vesuv wollten wir uns aber keinesfalls entgehen lassen. Am ersten Tag besuchten wir die Ruinen und schlenderten durch Pompeji, ein an sich eigentlich ganz nettes Städtchen. Nachts ist es – zumindest nahe des Zentrums jedoch relativ laut und morgens waberte der Geruch von brennendem Müll zum Fenster rein. Umso besser, dass wir früh los mussten um dem eindrucksvollen Vesuv einen Besuch abzustatten. Alle Infos zu der Kombination, welche auf jeden Fall zu den Highlights der Reise zählen, findet ihr in einem eigenen Beitrag: Vesuv und Pompeji.

Station 5: Matera – Weltkulturerbe und Höhlenstadt

In einem Satz sind wir dann bis Matera durchgefahren. Europäische Kulturhauptstadt von 2019 und Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Erlebnis des gesamten Roadtrips. Die Stadt ein Traum. Anders. Vollkommen überzeugend. Ihr haben wir einen eigenen Blogbeitrag gewidmet, da es schwer ist unsere Begeisterung in wenigen Worten auszudrücken. Matera, eine Stadt die verzaubert.

Station 6: Il Gargano – der grüne Stiefelsporn

Während der Gargano unter deutschsprachigen Touristen eher unbekannt ist, sind die Italiener während der Ferien hier quasi zuhause. Die weißen Strände vor den steil aufragenden Kalkfelsen am Siefelsporn haben wir ausgiebig zum Baden genutzt. Leider ist es nicht ganz einfach war einen Zugang zum Meer zu finden, da die wunderschönen Strände und Buchten außerhalb von Vieste fast alle zu Hotels und Campingplätzen gehören. Wer etwas Windglück mitbringt kann hier sogar Kiten und Windsurfen, während der Rest der Familie windgeschützt in der Bucht pritschelt ;). Vieste ist außerdem ein nettes kleines Hafenstädtchen, das zum Flanieren und Schlemmen einlädt.

Zwischenstopp mit Übernachtung in Rimini

Auch Rimini überraschte uns mit seiner recht entspannten Art und nur noch wenigen Menschen vor Ort, was wohl auch dem Zeitpunkt (Anfang September) geschuldet war. Mo war happy, wir hatten ein perfektes Pendant zu Caorle gefunden: weite Sandstrände, flacher Meerzugang und viele, viele Spielplätze am Strand.

Station 7: Südtirol – Antholz – das grande Finale

Endlich wieder in den Bergen. Wobei die Szenerie der Dolomiten wohl schon eher Kunst ist als einfach nur Berge. Südtirol ist einer unserer Herzensorte, an den wir immer wieder gerne zurückkehren. Hier stimmt einfach alles: die Natur, die Seen, die Menschen, das Essen. Auch hierzu gibts einen eigenen Beitrag mit vielen Herzenstipps: Auf Urlaub bei Frida am Wald – Entspannung und Genuß im Bergparadies der Dolomiten.

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Ein Kommentar bei „Roadtrip mit Kindern durch Italien: Sonne, Meer und das beste Eis der Welt.“

  1. Da habt ihr ja einige Kilometer gemacht, dafür aber auch wirklich viel erlebt und gesehen. Auf Pompeji wäre ich auch mal neugierig – und meine Neugier auf den Stiefelsporn hast du nun auch geweckt. Die Ostküste stand eigentlich auf unserer Liste für dieses Jahr, aber da war es so heiß … Also waren wir dieses Jahr mal sehr langsam unterwegs und sind nicht weiter als bis Venedig gekommen. 😉

    Liebe Grüße
    Angela

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