Home ReisenEuropaItalien Ein Wochenende am Meer | Tipps für einen Kurzurlaub bei Triest

Ein Wochenende am Meer | Tipps für einen Kurzurlaub bei Triest

von Kristina

Triest ist eine wunderschöne Hafenstadt an der oberen Adria, die sich durch vielfältige kulturelle Einflüsse auszeichnet. Architektonisch ist die Stadt von viele Prachtbauten aus unterschiedlichen Epochen wie der Antike oder der K & K Monarchie geprägt. Triest ist aber nicht nur aufgrund seiner Geschichte spannend (lange Zeit war Triest der Meerzugang von K&K Österreich und ist erst seit 1945 italienisch), sondern auch weil es noch vergleichsweise untouristisch ist. Wie (fast) alle größeren Städte, die am Meer liegen zeichnet sich auch Triest durch ein ganz bezauberndes Flair und hohe Lebensqualität aus. Wir haben den Oktober für einen Kurzurlaub mit unseren Kindern in der sehenswerten Region genutzt.

Reisezeit

Triest lässt sich durchwegs in alle wärmeren Monaten, zwischen April- Oktober wunderbar bereisen, wobei natürlich Juli und August die wärmsten Monate sind. Die schönste Zeit ist bestimmt Frühling und Herbst, in dieser Zeit sind am wenigsten Menschen hier. Die Preise sind moderat und mit etwas Glück mit dem Wetter erwischt man noch (oder schon) sommerliche Temperaturen. Wir sind Anfang Oktober verreist und können diesen Monat nur empfehlen.

Lage

Die Küstenstadt liegt am Golf von Triest, auf einem schmaler Streifen zwischen den slowenischen Bergen und der italienischen Adriaküste. Für uns (aus Salzburg) ist es somit auch das am schnellsten erreichbare Stück Meer (neben Grado). In knappen 4h Fahrzeit mit dem Auto oder ca. 6h per Zug erreicht man Triest. Die Stadt ist umgeben von mehreren kleinen Fischer- & Küstenorten, wie z.B. Duino, Sistiana oder Muggia, die sich hervorragend als Basis für einen Besuch von Triest und Umgebung eignen.

Strände

Wer Sandstände sucht, sucht bei Triest leider vergeblich. Der Küstenabschnitt entlang der Strada Costiera Triestina ist steinig und von wilden Klippen geprägt. Hier findest du viele natürliche Schönheiten, größere und kleinere Buchten mit frei zugänglichen Kiesstränden, die aber oft nur über steile Pfade erreichbar sind. Zwei besonders wilde Schönheiten sind der „Spiaggia di Liburnia“ und die „Costa dei Barbari“.

Wer einen gemütlichen Strandzugang sucht und auch Infrastruktur bevorzugt, der ist am Barcola Beach, Bagno Castelreggio oder (für das etwas exklusivere Erlebnis) bei Portopiccolo Sistiana Beach gut aufgehoben.

Stadtspaziergang durch Triest

1. Auf den Burgberg: Cattedrale di San Giusto Martire

Wir starten am Burgberg, dort findest du nicht nur einen Spielplatz (auf der „Rückseite“ der Burg) sondern auch das Wahrzeichen der Stadt: Triests Kathedrale mit einem ganz bezaubernden Glockenturm und das Castello di San Giusto. Der Glockenturm an sich ist schon schwer beeindruckend, da Teile von ihm noch aus Römischer Zeit stammen. Auch wenn man die Glocken des Turm nicht anfassen darf, die Aussicht von oben ist wirklich nett, und um 2€ Eintritt angenehm preiswert. Auch die Kathedrale selbst ist, wenn ihr schonmal da seit, auf jeden Fall einen Blick wert. Der Eintritt ist hier sogar gratis. Unbezahlbar ist aber, wenn zwei Zweijährige und ein Fünfjähriger mucksmäuschenstill durch die Kathedrale huschen, damit dann einer kurz vorm Ausgang nochmal mit einem herzhaften „HA!“ eine Statue und alle Pilger in der Kirche erschreckt.

2. Castello di San Giusto, Monumento ai Caduti di Trieste (Kriegerdenkmal) und das römische Forum Antiche colonne di San Giusto

Vom der Kathedrale geht es durch das antike römisches Forum mit einem kleinen Abstecher übers Kriegerdenkmal zum Castello di San Guisto. Das Castello wurde nach dem freiwilligen Anschluss Triests an Österreich (ab 1468) in mehreren Ausbaustufen errichtet, und war nie Teil eines militärischen Konflikts. Gut so, denn so können wir es heute noch in seiner ganzen Pracht erleben und die wunderschöne Aussicht auf die Stadt und den Golf von Trieste genießen. Eintritt sind hier faire 5€ pro Erwachsenem.

2. Forum Romanum und Gelato Marco

Durch die Allee auf die Via Cattedrale geht’s in Richtung Teatro Romano di Trieste. Das römische Theater in seiner typischen Halbkreisform ist fantastisch erhalten bzw. restauriert und kann gratis von der Straße aus bestaunt werden. Am besten geht das mit einem Eis von von Gelato Marco in der Hand. Das Eis dort ist derart gut (und dabei recht günstig), dass man vorm Eintreten eine Nummer ziehen muss und etwas Wartezeit einplanen sollte. Ein bisschen wie beim Amt, nur viel besser. 😉

3. Piazza Unità d’Italia

Wir schlendern weiter und biegen an der dritten Gasse rechts zu Triests bekanntem Hauptplatz, der Piazza Unità d’Italia ab. Eigentlich wollten wir dort gemütlich einen Kaffee trinken, die schönen Häuser bestaunen und den Blick aufs Meer genießen, wurden aber von einem Volksfest-Remmidemmi überrascht. Die größte Segelregatta weltweit, die Barcolada, findet nämlich jährlich in Triest statt und das genau als wir da waren. Also kein Kaffee, dafür Polizeimotorräder zum Angreifen, Ausstellungen, laute Musik und unzählig viele Menschen.

3. Uferpromenade mit Molo Audace

Von der Piazza geht man am Meer entlang in wenigen Schritten weiter zur Molo Audace. Der geschichtsträchtige steinerne Pier, der 1922 nach dem 1918 dort gelandeten italienische Kriegschiff Audace benannt, das Triest nach Ende des 1. Weltkriegs wieder zu Italien holte. Heute ist die Molo Audace ist ein abendlicher Hotspot und vor allem bei Sonnenuntergang sehr beliebt. An der Uferpromenade führt ein Fußgängerweg bis zum Schloss Miramar. Der bezaubernde Pier ist immer wieder mit Grünstreifen und kleinen Cafés gesäumt und im Park Pineta di Barcola findet ihr auch einen größeren Spielplatz.

4. Canale Grande

Wir biegen nach einem kurzen Spazierer entlang des Meeres nach rechts Richtung Canale Grande ab. Anders als in Venedig ist der große Kanal, der einzige Kanal in Triest geblieben. Unsprünglich wurde er gebaut um die Lager der Stadt direkt mit Schiffen anzufahren, so wurde der Canale Grande einst von 3 Schwenkbrücken überspannt, von der heute nur noch die rote (Ponto rosso) existiert. Damals wie heute wird der Kanal von Cafés gesäumt und eignet sich wunderbar zum flanieren. Am Ende des Kanals liegt die beeindruckende Kirche Sant’Antonio Nuovo. Von hier aus gehen wir zum Ausgangspunkt zurück.

Unternehmungen und Erlebnisse in der Umgebung

Um Triest spannt sich eine ganze Welt an Tagesausflügen, Unternehmungen und Erlebnissen auf. Wir beschreiben euch im folgeneden unsere liebsten.

Wanderung am Rilkeweg Sentiero Rilke

Schöner kurzer Wanderweg / Spazierweg von Duino entlang der aussichtsreichen schroffen Küste. Ein überaus spannender, unbefestigter Weg Großteils im Schatten von Bäumen, zwischen bizarren Felsen, alten (teilweise begehbaren) Bunkern und grandiosem Meerblick. Am Ende des Wegs solltet ihr, wenn ihr Badesachen dabei habt, den Abstieg zum „Caravella beach“ oder „Bagno Castelreggio“ nehmen. Der Weg ist nicht ganz einfach zu finden, startet aber von der Hauptstraße oberhalb der Strände vorbei an einigen verlassenen Gebäuden. Achtung, der Weg ist nicht kinderwagentauglich und sollte eher mit festem Schuhwerk begangen werden. Haltet ein wenig Abstand von den Klippen, der Weg zum Wasser von hier ist noch weit.

Start: Duino
Länge: ca. 3km (bis zum Strand ca. 4,5km)
Ende: Bucht von Sistiana

Castello di Duino und alte Ruine

Ein Besuch des Herrenhauses ist eine nette Möglichkeit, wenn man schonmal in Duino ist, aber um den Eintrittspreis von 10€ auch nicht unbedingt notwendig. Im Schloss erwartet einen ein schöner Ausblick vom Turm, kleinere Ausstellungen als auch Bunker die man besichtigen kann. Mit dem Kombiticket für 12€ kann man auch die alte Ruine „Castello vecchio“ besuchen (Einzelpreis 5€) Die Ruine bekommt von uns jedenfalls eine Empfehlung, ist ein schönes Bildmotiv mit Blick in Richtung Rilkeweg und Castello und durchaus spannend zu erkunden.

Spiaggia di Liburnia und Canovella degli Zoppoli

Der Spaggia di Liburnia ist ein wilder, natürlicher Kiesstrand mit Strandbar. Das Canovella degli Zoppoli, versorgt die Gäste hier mit kalten Getränken und leckeren kleinen Gerichten. Zugegeben, es gibt wirklich nicht viele Parkplätze oberhalb und man muss gut 300 Stufen durch Wein- und Olivengärten zurücklegen um zum Strand zu kommen. Vielleicht gerade deshalb ein sehr idyllischer und ursprünglicher Ort mit gutem Essen und preiswerten Getränken. Dazu sind die Betreiber der Bar auch noch sehr freundlich. Was willl man mehr? – leider stimmen die Öffnungszeiten in der Nebensaison nicht so ganz.

Weitere empfehlenswerte Unternehmungen, die wir aus Zeitgründen nicht selbst besuchen konnten, aber auf unsere Liste standen sind die Strada Napoleonica, Triests Höhenpromenade mit traumhaften Blicken auf die Stadt und die Besichtigung des Schloss Miramare.

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