Home AusrüstungRund ums Wandern Wander FAQ für Familien & 13 Tipps wie du deine Kinder zum Wandern motivierst

Wander FAQ für Familien & 13 Tipps wie du deine Kinder zum Wandern motivierst

von Kristina

Eine Wanderung mit Kindern zu Planen unterscheidet sich ein wenig von den spontanen Wandertouren die wir als kinderloses Paar gemacht haben. Es gibt einige Fallstricke, die einen Berg-Ausflug mit (Klein-)Kind schnell zur Nervenprobe für alle Beteiligten werden lassen. Wir möchten hier unsere Erfahrungen mit euch teilen, und erzählen wie das bei uns meist gut klappt. Viele Eltern fragen sich wie sie ihre Kinder überhaupt dazu bekommen freiwillig mit auf den Berg zu gehen: Hier haben wir 13 Tipps, die fast immer funktionieren. Immerhin soll eine Wanderung der ganzen Familie Spaß machen.

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1. Eine Wanderung mit (Klein-)Kinder planen

Als erstes steht die Tourenwahl an. Hierbei solltest du zwei wesentliche Dinge beachten: die Dauer und die Schwierigkeit. Wählt die Dauer so, dass ihre eure Kinder nicht überfordert. Ihr müsst damit rechnen, dass ihr beim Wandern mit Kindern etwa 1,5-2x so lange für eine Distanz braucht wie ohne. Man macht viel mehr Pausen (Pipi, Hunger, Durst, Dinge beobachten) und kommt wesentlich weniger zielstrebig voran. Kinder leben viel mehr im Moment und genießen eher den Weg als schnell das Ziel erreichen zu wollen.

Je kleiner die Kinder umso geringer die Distanz die sie selber laufen können. Weite Strecken müssen sie deshalb noch getragen werden (einen ausführlichen Trage-Guide gibt es hier). Hier solltet ihr darauf achten, dass ihr mindestens einmal pro Stunde eine Tragepause einlegt und die Kinder die Möglichkeit haben sich zu bewegen (das regt die Durchblutung an und schützt Kinder vor dem Unterkühlen).

Ab einem gewissen Alter wollen die Kids oft wechseln: mal getragen werden, mal auf einem Fels rumklettern oder Regenwürmer beobachten. Bei uns gilt die Regel, dass die Jungs einmal (!) tauschen können und sich dann entscheiden müssen ob sie in die Kraxe rein oder selber laufen wollen.  

Der Schwierigkeitsgrad eurer Wanderung sollte immer zur Fitness und Trittsicherheit aller Teilnehmer der Wanderung passen. Aber Achtung: Langweilige Forstwege, die oft als „leichte Wandertouren“ gekennzeichnet sind, sind mit Kindern meist ein Martyrium, weil diese einfach soooo langweilig sind. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass unser fast 6-Järiger Bergfex schon nach 300m „nicht mehr gehen kann“, obwohl er sonst leicht 800hm und 6km Distanz schafft. Waldwege oder kleinere Pfade sind meistens viel spannender. Probiert auf leichteren und kürzeren Wegen aus was euch Spaß macht.

Wenn du Inspiration brauchst schau doch einfach in unserer Tourensammlung vorbei: Von kinderwagentauglich, über Spielplatzwanderung bis hin zu alpinen Gipfeln findest du hier Wanderideen.

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2. Nützliche Ausrüstung & Rucksack packen für Familienwanderungen

Gut gepflegte Ausrüstung ist super, aber auch nur dann, wenn ihr sie nutzt und einpackt 😉 Die ist zwar auch vom Alter der Kinder abhängig und zum Teil individuell, aber als Basisausstattung können wir euch Folgendes empfehlen:

  1. Eine gut eingestellte Kraxe oder Babytrage (Vor- & Nachteile der verschiedenen Tragesysteme erklären wir hier)
  2. Gute Wanderschuhe, denn sie geben dir sicheren Halt und rutschen weniger als normale Turnschuhe, was besonders relevant ist, wenn ihr eure Kinder noch tragen müsst.
  3. Wanderstöcke sind kein muss, aber durchaus hilfreich auf steinigen und steilen Wegen und besonders für die Trageeltern eine gute Unterstützung
  4. Sonnenschutz: Die Sonne am Berg ist intensiver als im Tal, Kinderhaut sehr sensibel und benötigt Schutz auch außerhalb der Sommermonate. Viele Kraxen haben einen integrierten Sonnenschutz dabei, ansonsten Kappe, Sonnencreme und Sonnenbrille einpacken
  5. Ausreichend Wasser: eine Trinkblase ist vor allem für Kraxenträger*innen super praktisch. Man kann jederzeit ohne zu Halten daraus trinken. Auch unsere Kinder lieben es, daraus zu trinken. Ansonsten haben wir gerne eine Thermoskanne mit Tee dabei – die ist gerade in der kühleren Zeit eine gute Möglichkeit sich und die Kinder warm zu halten.
  6. Proviant: genügend Jause und ein paar Bananen für schnelle Energie zwischendurch gehören auf jede Wanderung dazu. Kinder können sehr hungrig und sehr unleidlich werden, wenn die Energie fehlt. Wenn ihr eine Einkehr auf der Alm oder im Gasthaus plant, kontrolliert vorab die Öffnungszeiten um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Wenn ihr euch unsicher seid, versucth die Alm telefonisch zu erreichen, manchmal sind die Öffnungszeiten online nicht ganz aktuell.
  7. Ein Erste-Hilfe-Set: gehört einfach in jeden Wanderrucksack. Darin findest du Verbandsmaterial und Pflastern, sinnvoll ist auch ein Spray zur Wunddesinfektion (z.B. Octenisept) und eine AUA-Salbe für Kinderschrammen

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3. Welche Kleidung brauchts beim Wandern mit Kindern?

Grundsätzlich brauchst Du zum Wandern neben guten Schuhen (wenn Kinder selber laufen auch für sie!) hauptsächlich bequeme Kleidung, die vor der Witterung schützt. Der Zwiebellook hat in den Bergen eigentlich fast immer Saison. Durch das Kombinieren von mehreren dünneren Kleidungsschichten könnt ihr euch schnell den wechselnden Wetterbedingungen in den Bergen anpassen.

Empfehlenswert sind außerdem Sonnenschutz und eine Kappe, Regen- und/oder Softshell-Jacke und eine Haube oder Stirnband, denn auf dem Gipfel kann‘s oft überraschend kühl werden – auch im Sommer. (Merino-)Wollunterwäsche ist eine empfehlenswerte Investition für die ganze Familie: sie hält euch super warm ohne euch ins Schwitzen zu bringen. (Infos zu Kleidung in den kalten Wintermonaten gibt’s hier) Für die Übergangszeiten sind Matschhosen das Non-Plus-Ultra für kleine Kinder. Sie halten warm und schützen vor Nässe und Dreck.

Außerdem schadet es nicht für die Kinder Wechselklamotten mit dabei zu haben, eine ausgelaufene Windel hier, ein nasses T-Shirt da, weil das Prischeln im Bach so viel Spass macht. Nichts ist unangenehmer als nasse Klamotten tragen zu müssen. Außerdem kühlen die Kinder dadurch wahnsinnig schnell aus.

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4. Proviant – die perfekte Brotzeit zum Wandern mit Kindern

Vor allem für Kinder ist regelmäßiges Essen enorm wichtig und gibt oft ungeahnte Energiereserven frei. Müsliriegel, Bananen, Äpfel, Kekse, Brote… was auch immer euch schmeckt, darf mit. Grundsätzlich sollte es aber nahrhaft sein und nicht zu viel (raffinierten) Zucker enthalten. Es darf natürlich schon auch mal das Mannerwafferl oder Gummibärli zwischendurch sein (das kann die Laune und Motivation durchaus steigern), aber der schnelle Industriezucker pusht nur kurzfristig und sättigt nicht. Selbstgemachte Jausenbrote (alternativ gesunde Muffins, Müsliriegel, Bananenbrot) halten länger an und schmecken auch lecker.

Der Vorteil an selbstgeschmierten Jausenbroten: Sie sind nicht in Plastik- oder Alu verpackt und ersparen einem somit viel Müll, den man wieder mit hinunterschleppen muss. Wir empfehlen euch immer lieber etwas mehr Jause dabei zu haben, auch wenn ihr eine Einkehr plant. Nicht selten standen wir schon vor verschlossenen Hütten, die hätten offen sein sollen, da ist man lieber vorbereitet.

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5. Spielend Wandern! So bleiben deine Kinder auf der Wanderung motiviert

Es hilft die beste Plan nichts, wenn die Kiddies nach der Hälfte der Strecke die Nerven verlieren und beginnen zu jammern…. „WANDERN IST SOOOO LANGWEILIG!“ Ein paar Spielideen, die ohne großes Equipment in der Natur umsetzbar sind können euch da schnell aus dem einen oder anderen Wandertief retten. Wenn Kinder Spaß haben, wird die Wanderung auch für die Eltern entspannt.

  • Nehmt euch Zeit für Naturbeobachtungen: Vögel und andere Tiere, Pflanzen oder Steine betrachten, bestimmen und mit der Lupe erforschen
  • Mit „Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst“ oder ähnlichen Suchspielen kannst du gut langweilige geradeaus-Strecken überbrücken
  • Freunde mitnehmen: In Gesellschaft ist das Wandern einfach besser. Besonders mit gleichaltrigen Kindern ist der Spaß garantiert und das Wandern geht fast von alleine.
  • Singen (Das Wandern ist des Müllers Lust…)
  • Taktreime (Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm…)
  • Geschichten erzählen oder Reimverse bilden
  • Geocaching
  • Naturmaterialien sammeln (schöne Steine, Stöcke, Blätter, Zapfen, Fossilien….)
  • Ziele mit Anreizen fürs Kind auswählen (z.B. ein toller Spielplatz, eine Alm mit Tieren oder auch mal das Belohnungseis)
  • Wege durch abwechslungsreiche Natur wählen: Auf Wanderungen die an Bachläufen, Wasserfällen oder Kletterfelsen vorbeiführen hat jedes Kind mehr Spaß als auf langweiligen Forstwegen.
  • eine Schnitzeljagd veranstalten
  • ein Wanderpass zum Abstempeln oder ein Wandertagebuch führen
  • Picknick und Jausenpausen mit Ausblick und Zeit für freies Spiel

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6 Kommentare

Wir auf Reise 6. Mai 2019 - 16:27

Hach ja, die Motivation! Eins hab ich gelernt in den letzten 8 Jahren, das lässt sich nicht pauschalisieren. 🙂 Bei uns funktioniert zur Zeit nur, was sich der Sohnemann selbst ausgesucht und in den Kopf gesetzt hat. Alles andere wird mehr oder weniger boykottiert. Und dass er sich keine Wanderung freiwillig aussucht, muss ich jetzt wohl nicht dazusagen, oder? Da stellt sich dann die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, loszuwandern, oder man nicht doch was anderes macht. Und dann, 3 Monate später, ist wandern wieder das Schönste auf der ganzen Welt! 🙂
Tolle Tipps und Ideen hast du da gesammelt und mir fällt auch spontan nicht ein, was noch zu ergänzen wäre. 🙂
LG
Charnette

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Angela 7. Mai 2019 - 19:51

Am Wasser entlang wandern klappt bei uns eindeutig am besten. Da kommen wir zwar nur mit vielen Flitsch- und Plansch-Pausen vorwärts, aber immerhin ohne Gemecker. Mit lohnenswerten Zielen habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Das kann auch schon mal dazu führen dass ich den ganzen Weg lang nur gefragt werde „Wann sind wir da?“ Dabei ist doch beim Wandern der Weg das Ziel, oder? 😉
Liebe Grüße
Angela

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Isabel 8. Mai 2019 - 11:08

Hallo Kristina,

danke für die Tipps.
Bei Wanderungen habe ich aktuell das „Problem“, dass meine Tochter in einer etwas undankbaren Zwischenphase ist. Sie läuft sehr sehr viel selber, aber irgendwann ist sie dann auch erschöpft und möchte getragen werden.
Da wir viel alleine reisen, ist der Platz auf meinem Rücken eigentlich für unser Reisegepäck reserviert, sodass unsere Kraxe bisher nur selten zum Einsatz kam. Ich weiß nie, wie ich das Ding transportieren soll oder, wenn wir sie nutzen, wo ich dann unser Gepäck unterbringe.

Liebe Grüße
Isabel

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Eva 13. Mai 2019 - 09:34

Tolle Tipps. Bei uns klappt es immer gut, wenn Miriam an der Planung beteiligt ist, dann ist sie total motiviert… Und spannende und möglichst enge Wege. Aber manchmal geht auch gar nichts 😀

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Birgitta Kuhn 18. April 2020 - 22:17

Hallo Kristina,
vielen Dank für die Tipps. Die allermeisten davon wenden wir auch jedes Mal an, wenn wir mit dem Krümel unterwegs sind – jetzt, wo der Krümel in der Schule ist, bedienen wir uns auch gerne Kopfrechenaufgaben oder Wörterraten oder soetwas. Was wir allerdings noch nicht gemacht haben, ist ein Wanderpass zum Abstempeln. Habt ihr da eine konkrete Vorgehensweise?

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Südtirol – 6 traumhaft schöne, leichte Wanderungen mit kleinen Kindern | Kids, Adventure & More 29. April 2023 - 17:01

[…] ein paar motivierende Spielideen für die Kids? Dann schau am besten in unseren beliebten Artikel Tipps zum Wandern mit Kindern. Wenn du eine richtig tolle, hippe aber dennoch familäre Unterkunft in Südtirol suchst, dann […]

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