Home NachhaltigkeitFair & Eco Fashion 10 ausführliche Tipps für kleine Winterabenteurer: Abhilfe gegen kalte Füßchen und frostige Finger

10 ausführliche Tipps für kleine Winterabenteurer: Abhilfe gegen kalte Füßchen und frostige Finger

by Tom

Winterwandern, Rodeln, Schneemannbauen, Schneeballschlacht, erste Skiversuche wagen und Fußspuren im Winterwald suchen: Wenn es endlich richtig kalt ist und Schnee liegt, macht der Winter mit Kindern richtig Spaß. Es gibt so viel Neues zu erkunden und entdecken und auch über viele Jahre hinweg verliert der Schnee seinen Zauber nicht. Für uns Eltern stellt sich aber alle Jahre wieder die Frage: Was ziehen wir an, damit die Kids nicht zu kleinen Frostbeulen mutieren?

Tipp #1 Zwiebellook

Kurztipp: Mehrere dünne Schichten helfen wechselnde Temperaturen zu regulieren.

Grundsätzlich gilt hier in Mitteleuropa von Herbst bis Frühling das Zwiebelprinzip für so gut wie alle Outdooraktivitäten. Gerade im Winter aber hat es oft enorme Temperaturunterschiede zwischen dem frostigen Morgen, dem sonnigen Mittagsplätzchen, Tal, Gipfel oder im schattigen Wald. Der Temperaturunterschied kann hier schon mal gut und gerne gefühlte 15°C Unterschied ausmachen, und deckt von wohlig warm bis schlotternd kalt alles ab.

Neben der Location macht die Aktivität einen entscheidenden Unterschied. Laufen sie selber und sind sie aktiv, dann wird ihnen mit der Bewegung auch rasch warm werden. Sind sie hingegen noch kleiner und werden getragen (besonders in der Kraxe) kühlen die Kinder natürlich auch wesentlich schneller aus. Je nach Situation braucht es eine Schicht mehr oder weniger. Achtung! Die Kinder sollten es angenehm warm haben, aber bitte übertreibt es nicht mit gut gemeinten Extraschichten, das schränkt die Bewegungsfreiheit ein und ist am Ende sogar kontrproduktiv: Wenn euer Kind zu viel schwitzt, kühlt es anschließend schneller aus.

Tipp #2 Die richtige Unterwäsche

Kurztipp: Setze auf Naturmaterialien wie Wolle.

Wir empfehlen euch als Basislayer Bodies oder Shirts aus Wolle oder Wolle/Seide, sie regulieren auf natürliche Weise die Körpertemperatur, und transportieren Nässe nach außen, sollte euer Miniatur-Eisbär mal ins Schwitzen kommen. Ein weiterer Vorteil: Wolle muss man oft nur Lüften und nicht immer waschen. Hier* und hier* gibt’s die zu kaufen.

ACHTUNG: Achtet auf mulesingfreie Tierhaltung und nachhaltige Produktion!

Wegen ihrer tollen Eigenschaften ist die Merino-Wolle derzeit gefragt wie nie, daher haben findige Züchter ihren Schafen mehr Haut angezüchtet. Um Parasiten fernzuhalten setzen einige Züchter daher auf das blutige und umstrittene Mulesing. Achtet daher beim Kauf unbedingt auf die Auszeichnung „mulesingfrei“. Bist Du dir unsicher? Schau Dir die Siegel oder Zertifikate an der Kleidung an und informiere Dich ggf. im Internet.

Tipp #4: Das richtige Zwischen- & Outerlayer

Kurztipp: So viel wie nötig, so wenig als möglich unter dem Einteiler.

Über die Unterwäsche kommt – je nach Temperatur – noch ein Pulli oder eine (Fleece)Weste bzw. eine Hose an die Beine. Darüber kommt je nach Geschmack und Alter der Kinder bei uns ein Wollwalkanzug (hier* zu kaufen) oder ein Schneeanzug (hier* zu kaufen). Für aktive Schneeabenteuer nutzen wir lieber Einteiler. Sie sind zwar im Falle von „Mamaaaa, pippiiii…“ nicht ganz so unkompliziert zu handhaben, aber sie halten definitiv besser warm und der Schnee hat keine Chance sich doch irgendwo einen Weg ins Innere zu bahnen. Für die Minis, die ja auch noch hauptsächlich in der Trage sind nutzen wir liebend gerne unsere Wollwalkanzüge, welche genau wie die Unterwäsche temperaturregulierend wirken. Mo, der schon eher wie ein Eisbär durch Schnee und Eis jagt, trägt lieber wasserabweisende Funktionskleidung.

Wir ziehen den Kindern immer nur so viel wie nötig an, denn nur dann ist auch genügend Bewegungsfreiheit gewährleistet. Bis zu gewissen Temperaturen (ca. -5°C; je nach dem wie viel sich die Kinder bewegen) reicht für unsere Kinder meist Unterwäsche und Anzug ohne Zwischenschicht. Hier solltet ihr aber ein wenig ausprobieren und immer wieder mal an Rumpf, Beinen und Händen einen kurzen Temperaturcheck vornehmen. So bekommt ihr schnell ein Gefühl dafür, was eure Kinder brauchen.

Tipp #3 Gegen Eisfüße

Kurztipp: Warme Socken und Bewegung schaffen Abhilfe.

Kind warm, Füße Eisblöcke. Gerade bei den Kindern in Kraxe ist dieses Problem häufig der Fall. Auch hier halten wir viel von Naturmaterialien und greifen gerne zu Merinostrumpfhosen und (selbstgestrickten) Wollsocken. Darüber für die kleinen Schaffellpatschen oder ordentliche Winterstiefel (hier* zu kaufen).

Besonders wichtig im Winter: Nehmt die Kinder regelmäßig aus der Trage oder Kraxe und lasst sie laufen, das fördert die Durchblutung und verhindert eisige Füßchen.

Tipp #5 Schlauchschal, Wollmütze und Handschuhe

Kurztipp: Wolle für Kopf und Hals, wasserdichte Fäustlinge für die Hände.

Was für die Unterwäsche gilt, ist leicht übertragbar auf Schal und Haube: Wolle sorgt für das richtige Klima.

Schlauchschals haben gegenüber ihren klassischen Pendants einen entscheidenden Vorteil: Sie bleiben am Hals. So sind sie nicht nur leichter anzuziehen, sondern schützen auch besser vor der Kälte. Außerdem verliert kind ihn nicht so leicht. Win-Win-Win sozusagen.

Bei der Wahl der Mütze ist neben dem Material die Passform entscheidend. Ist sie zu groß oder zu klein, verrutscht sie ständig. Also bestenfalls anprobieren.

Was die Handschuhe betrifft gibt’s wohl Kinder die sie nicht abhaben können – unsere hingegen sind regelrechte Handschuhfetischisten. Wir empfehlen für kleinere Kinder Fäustlinge, da diese besser warm halten und leichter anzuziehen sind. Größeren Kindern machen Fingerhandschuhe der besseren Beweglichkeit wegen mehr Spass. Wichtig ist vor allem für kleine Schneehasen, dass diese eine gute Wasserdichtigkeit (hohe Wassersäule) besitzen.

Tipp #6 Sonnenbrille oder Skibrille

Kurztipp: UV400 – Kategorie 4

Für viele Kinder ist die Sonnenbrille – gerade zu Beginn – nicht gerade das Lieblingsaccesoire. Immer wieder wird der Fremdkörper vom Gesicht gerissen. Dennoch lohnt es sich dranzubleiben und ein hochwertiges und passendes Modell immer wieder aufzusetzen bis der Nachwuchs sich daran gewöhnt. Der UV-Licht-Anteil im Sonnenlicht ist nicht nur gefährlich für die Haut, es schädigt auch die Augen. Schnee verstärkt den Effekt durch Reflektion zusätzlich. Die mögliche Schneeblindheit ist einem Sonnenbrand nicht unähnlich, sehr unangenehm und kann in schweren Fällen das Auge nachhaltig schädigen.

Wichtig beim Kauf sind hier UV-Schutz (immer UV 400 und CE-Siegel!) und Passform.
Für die ganz Kleinen empfiehlt sich eine Cat 4 (Kategory 4 – Gletscherbrille) Brille ohne Bügel, die ganz am Gesicht abschließt und besonders viel UV-Strahlung absorbiert – aber auch stark abdunkelt. Für die ewas größeren tut es auch eine Cat 3 Tönung, die ist nicht ganz so dunkel und erlaubt einen etwas breiteren Einsatzbereich.
Besonders wenn es eine „richtige“ Sonnenbrille mit Bügeln werden soll ist die Passform essentiell. Passt die Brille richtig schützt sie nicht nur besser vor UV-Strahlung, sondern auch vor Wind und Staub. Geht am besten zum Optiker eures Vertrauen und probiert einige Modelle aus. Passform geht hier vor coolem Look.

Tipp #7 Creme fürs Gesicht

Kurztipp: fettige Kältecreme UND Sonnencreme.

Unsere Kinder haben allesamt noch diese ultraweiche Babyhaut, welche noch ungemein empfindlich auf alle Extreme reagiert. Deshalb im Winter solltet ihr im Winter immer eine fettige Kältecreme verwenden (die ist auch schnell selbergemacht: unser Rezept gibt’s hier). Aber auch unbedingt (nicht nur) an den Sonnentagen an die (Kinder-)Sonnencreme denken, die dann noch zusätzlich drauf kommt. Wenn ihr chemisch wirkende Sonnencreme verwendet, sollte diese vor der Kältecreme aufgetragen werden.

Tipp #8 Funktionskleidung

Kurztipp: Hohe Wassersäule, PFC-freie Impregnierung (bluedesign)

Auch wenn die Kleidung noch so gut wärmt, meist nützt sie nur noch wenig, wenn sie nass ist. Daher lohnt es sich besonders für Kinder, die sich auch mal im Schnee wälzen (ungefähr alle, sobald sie sich bewegen können) entsprechen wasserabweisende und winddichte Funktionskleidung als äußere Schicht. Gute Funktionskleidung hält von außen und von innen trocken. Leider sind traditionelle Funktionsmembranen oft mit bedenklichen PFC (Perflourcarbone, z.B. Teflon) imprägniert. Inzwischen gibt es aber auch einige PFC-freie Alternativen. Achtet daher beim Kauf auf das Siegel „PFC-frei“. Das bluedesign Siegel bietet zusätzlich Sicherheit bei der Nachhaltigkeit.

Tipp #9 Qualität statt Quantität

Kurztipp: Kauft weniger dafür qualitativ hochwertige Dinge.

Wie für uns Erwachsene auch sollten wir auch bei der Wahl der Kleidung für Kinder unbedingt auf Material und Qualität achten. Bei allem was Hautkontakt hat: Naturkinder habens hier eindeutig besser. Wir setzen hier auf Baumwolle, Wolle, Wolle-Seide, Merino, Wollwalk, Lammfell etc., denn nur Polyester oder Acryl gekleidet ist’s entweder kalt oder schwitzig, tatsächlich aber selten richtig (zB hier* zu kaufen). Außerdem sind diese (wenn nachhaltig produziert) auch besser für die Umwelt. Ja die Sachen sind teuer, aber gebraucht kriegt ihr auch diese ums günstige Geld. Dabei könnt ihr die Sachen fast ohne Verlust wieder weiterverkaufen, denn Qualität hält – bei guter Pflege – ewig und leidet kaum unter Wertverlust.

Tipp #10 Die richtige Pflege machts

Kurztipp: Gute Funktionskleidung – egal ob Wolle oder High-tech Membran – braucht die richtige Pflege.

Wolle

Wolle sollte am besten nur gelüftet werden, und nur wenn sie wirklich dreckig ist mit dem richtigen Waschmittel und Programm gewaschen werden. Das Wollwachs (Lanolin) auf den Wollfasern sorgt für eine beachtliche Selbstreinigung.

Funktionskleidung und Regenjacken

Wichtiger ist regelmäßiges Waschen bei Membranen (z.B. Regenjacken). Denn wenn der Schmutz in der Membran sitzt, leitet er das Wasser durch die Membran, das Gewebe ist dann nicht mehr wasserabweisend. Ihr braucht für Membrane übrigens nicht zwingen ein spezielles Waschmittel, nur flüssig sollte es sein. Weichspüler unbedingt vermeiden! Denn Weichspüler (Silikone) und auch Rückstände von Pulverwaschmitteln verstopfen die Membran, sie wird undicht.

Am Schluss hilft oft eine Hitzebehandlung mittels Trockner (oder Bügeleisen – Pflegeanleitung lesen!) das Wasser wieder abperlen zu lassen, meist ganz ohne neue Imprägnierung. Solltet ihr doch mal eine neue Imprägnierung oder gutes, auf Outdoorkleidung spezialisiertes und nachhaltiges Waschmittel benötigen, empfehlen wir persönlich Nikwax (kannst du hier* kaufen).

Last, but not least: Die richtige Schuhpflege.

Es lohnt sich durchaus, die Winterstiefel regelmäßig zu putzen und gelegentlich mit Schuhimprägnierung (PFC-frei, z.B. von Nikwax, gibts hier* zu kaufen) wasserfest zu machen. Wichtig! Auch hier gilt: Besser recherchieren, welche Schuhcreme geeignet ist, damit die atmusngsaktieven Hightech-Stiefel nicht aus Versehen zum Gummistiefel werden..

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3 comments

Küstenmami 19. Januar 2021 - 19:59

Vielen lieben Dank für Deine Tipps! Wir sind auch bei jedem Wetter mit unseren Küstenkindern draußen unterwegs, gerne auch an Strand und Meer 🙂

Herzliche Grüße aus dem Norden
Küstenmami

Reply
Thore 22. Januar 2021 - 22:02

Und dick Penatencreme nicht vergessen! Spaß beiseite, es ist wirklich nicht einfach mit den Kleinen, aber warme Füße sind wirklich der Schlüssel zu einem mehrstündigen Ausflug im Winter. Auch wenn es nicht ökologisch ist, ich rate zu FUSSWÄRMER X3 zum knicken und kleben. Wer nicht stricken kann, kann trotzdem Spaß haben.

Danke für den hilfreichen Beitrag.

Beste Grüße
Thore

Reply
Kristina 27. Januar 2021 - 22:54

😀 😀 😀
danke für den Tipp, die Fußwärmer schauen wir uns das definitiv mal an… spätestens zum nächsten Nordpoltrip ;-P

Reply

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