Babytrage oder Kraxe? Oder: Wie kommt man mit Kind am besten auf den Berg?

Gerade wenn man viel draußen in der Natur unterwegs ist, stehen alle Eltern irgendwann vor der gleichen Frage: Wie trage ich mein Baby/Kind am besten? Denn ganz ehrlich: so nett und praktisch Kinderwägen manchmal sind, in der freien Natur muss was anderes her.

Die Trage von Beginn an….

Unterwegs durch die Altstadt Materas (click)

Ich sag es gleich vorweg: Mit dem Tragetuch hatten wir es nicht so. Ich finde sie super schön, aber für uns persönlich sind sie im Gebrauch einfach mega unpraktisch: zu viel Stoff, der irgendwann im Gatsch liegt, zu viel gewickel um das Baby schnell mal aus und wieder einzupacken. HIer war schnell klar, dass wir einfach ganz grundsätzlich eher der Typ für eine gute Trage sind. Schon für Mo (und auch bei den Twins wieder) nutzen wir die Ruckeli Trage. Sie ist so einstellbar, dass das Kind ab Geburt damit getragen werden kann und es immer in einer gesunden Anhock-Spreiz-Haltung positioniert ist.

Wandern mit der Babytrage

Das erste Jahr wurde Mo viel in der Trage transportiert (auf den ersten Berg mit gut zwei Monaten -> hier zum Bericht), eigentlich nur vorne, was solange das Köpfchen nicht ganz stabil ist ohnehin die beste Wahl ist. Das praktische am Vorne-Tragen ist, dass man zusätzlich noch einen Rucksack auf den Rücken packen kann. Bei Mo war das noch nicht ganz so relevant, aber als dann die Twins da waren unabdingbar. In dieser Position haben unsere Kids außerdem alle immer viel geschlafen, so dass man noch sehr flexibel in der Tourenwahl ist.

Die Trage blieb bei uns mehr als 2 Jahre im Einsatz, denn vor allem in Urlauben wollten wir die Kraxe nicht extra mitnehmen. Hier schlägt das kompakte Packmaß alles – die Trage geht sogar mit ins Handgepäck. Ab dem ersten Lebensjahr hab ich Mo auch oft hinten getragen, was er nicht ganz so toll fand, aber natürlich wegen des zunehmenden Gewichts für Träger/in angenehmer ist.

Upgrade zur Wanderkraxe

Mit gut 8 Monaten haben wir uns eine Kraxe zugelegt (Review zur Deuter Kid Comfort 3 gibts hier). In der Kraxe fand Mo alle Wanderungen wieder super spannend. Hoch oben auf Papas Schultern hatte er immer alles im Blick und konnte ihm aus Freude das eine oder andere Haar ausrupfen ;).

Die Kraxe ist im Vergleich mit der Babytrage flexibler. Hier geht z.B. ein Trägerwechsel auch bei schlafendem Kind einigermaßen easy von der Hand. Bei vielen Modellen geht auch noch Einiges an Gepäck mit in die Kraxe. Außerdem bieten viele Kraxen eine hervorragendes Tragesystem, was gerade bei etwas älteren (oder groß gewachsenen) Kindern ein großer Vorteil in der Gewichtsverteilung ist – weg von den Schultern hin zur Hüfte.

Das Tragesystem – Segen und Fluch

Das Tragesystem ist quasi das Herzstück der meisten guten Kraxen – es erlaubt eine ideale Lastverteilung auf Schlutern und Hüfte des Trägers. ABER: Das erfordert etwas an Einstellungszeit. Ohne ein wenig Rumprobieren mit Gewicht in der Kraxe und gefühlt endlosem Auf- und Absetzen wird das Tragegefühl nie perfekt sein – egal wie gut das System eigentlich ist. Nimm Dir die Zeit zum Einstellen – Du wirst es nicht bereuen.

Mama oder Papa? Oder beide?

Soll die Kraxe von 2 verschieden großen Personen getragen werden, muss entsprechend beim Wechsel umgestellt werden. Hier lohnt es sich die entsprechenden Einstellungen auf den Gurten zu Markieren (z.B. mit wasserfestem Textilmarker), damit die Einstellerei nicht alle 2 Stunden von vorne los geht. Man muss hier darauf hinweisen, dass viele Kraxen für Frauen etwas groß geschnitten sind, es mittlerweile aber auch hier entsprechende Modelle gibt. Eine Beratung macht hier u.U. durchaus Sinn.

Einstellung für die kleinen Piloten

Am winterlichen Lidaunberg

Wie für den Träger gibt es auch für die kleinen Piloten einiges einzustellen – von Gurtlänge über Sitzhöhe bis Fußrastenhöhe. Je nach Wachstum und Alter muss hier außerdem konstant nachjustiert werden.

Egal ob Trage oder Kraxe: Pausen sind wichtig

Mit zunehmendem Alter und Mobilität, ist es beinahe egal ob Kraxe oder Trage, das Kind will nicht mehr ewig sitzen. Eine langes Sitzen in der Kraxe ohne Pausen ist auch alles andere als gesund und sollte vermieden werden, denn durch die Position der Beine werden diese schlechter durchblutet, weshalb die Füßchen schnell mal kalt werden.

Nehmt euch die Zeit das Kind immer mal wieder selbst laufen zu lassen. Das fordert zwar manchmal etwas Geduld, ist es aber echt wert: Dies ist nicht nur gut für den Körper der Kleinen, sondern fördert auch die Lust zum Wandern. Unser Mo geht nun mit seinen 3 Jahren – wenn er Bock hat und der Weg spannend genug ist – ohne Jammern und Probleme seine 400 Höhenmeter. Eine Weile macht man da natürlich Abstriche um dem Kind das „Sich ausprobieren“ und das Erlangen einer gewissen Grundkondition zu ermöglichen.

Hier also nochmal alle Vor- & Nachteile der Tragevarianten im Überblick.

Trage

Pro

  • Kompakt – für kürzere Touren z.B. im Urlaub angenehmer
  • geht mit ins Handgepäck
  • leicht
  • vielseitig: verschieden Tragepositionen möglich
  • engerer Körperkontakt im Vergleich zur Kraxe
  • bessere Schlafposition
  • bei kühlem Wetter wird das Baby durch den engen Körperkontakt mitgewärmt

Contra

  • schlechtere Gewichtsverteilung, oft nur auf Schultern
  • bei höheren Temperaturen schnell „schwitzig“
  • kein Regenschutz

Kraxe

Pro

  • (viel) mehr Zuladung
  • mehr Bewegungsfreiheit für die Kleinen
  • Bessere Aussicht für den Nachwuchs
  • Oft fantastische Tragesysteme…
  • Trägerwechsel auch bei schlafendem Kind möglich

Contra

  • Schwerer und sperriger
  • Kinder müssen stabil sitzen
  • … die viel Einstellungszeit erfordern
  • höherer Preis

Ich bin gespannt auf Eure persönlichen Erfahrungen! Wie tragt ihr euere Kinder am Liebsten?

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2 Kommentare bei „Babytrage oder Kraxe? Oder: Wie kommt man mit Kind am besten auf den Berg?“

  1. Liebe Kristina, wir haben während der Tragezeit so einiges an Tüchern und Tragehilfen ausprobiert. Am zufriedensten waren wir mit unserer letzten Fullbuckle, dem Mr. X von Madame Jordan. Darin habe ich unser Kind noch mit 16kg vorm Bauch tragen können und auf dem Rücken geht es auch jetzt noch hin und wieder mal für kurze Strecken.
    Herzlichen Gruß
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

  2. Hi, interessanter Artikel.

    Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass es mit Trage absolut keinen Schutz bei Stürzen gibt. Beim kraxeln je nach Modell schon. Zb Ospreys Poco.

    Bei sehr kleinen Kindern auch wichtig: bei tragen lässt sich das Kindchens transportieren Infamie besser bespassen, stillen, etc.

    Wir sind wirklich viel unterwegs im Sommer und Winter in den Bergen. 2 Jahre lang manduca vorne, danach Poco AG plus hinten. Wenn wir mit bike und kiki unterwegs Sind nehmen wir für kurze Aufstiege die manduca als Backup mit.

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