Besondere Naturerlebnisse und Spielideen im herbstlichen Wald

Der Herbst ist mit großen Schritten im Anmarsch. Herbstzeit ist bunt. Herbstzeit ist für alle Sinne. Und Herbstzeit ist Waldzeit. Zu dieser Jahreszeit strahlen Wälder eine besonders magische Aura aus, die Farbvielfalt zeigt welche einzigartigen Nuancen Mutter Natur hervorbringt. Alles leuchtet und das mittlerweile schon feuchte Klima regt besonders unsere olfaktorische Wahrnehmung, den Geruchssinn, an. Das Erleben und Fühlen, das in diesem unglaublich vielfältigen Ökosystem möglich ist schärft Sinne und Empfinden, entschleunigt und erdet.

Der Wald ist eine Umgebung die uns auf ganz natürliche Art und Weise zu mehr Wohlbefinden verhilft, die auf natürliche Art und Weise unseren Bewegungsappartat trainiert und die Konzentration fördert und die Sinne schärft. Wenn wir die Begegnung mit der Natur zulassen, diese unseren Kindern ermöglichen und uns darauf einlassen, öffnen wir uns für vielfältige Wahrnehmungen und verbessern unsere Körperwahrnehmung auf spielerische Art.

Einige hard facts zum Ökosystem Wald (diese gelten für Kinder und Erwachsene gleichermaßen):

  • Im Wald herrscht eine dauerhaft höhere Konzentration negativer Luft-Ionen. Die dadurch ausgelösten Reaktionen und Prozesse im Körper wirken stimmungsaufhellend.
  • Sich auf Waldboden, über Wurzelwerk, Stock und Stein und auf unebenem Grund zu bewegen stärkt die Körperbalance und aktiviert die Rumpfmuskulatur. Wir müssen unsere Schritte ganz gezielt setzen und das trainiert gleichzeitig unsere Konzentrationsfähigkeit und das Fokussieren auf das Leben im Moment.
  • Die durch die Pflanzen freigegebenen ätherischen Öle, die wir im Wald einatmen, regen unser Immunsystem an und wirken stärkend auf dieses.
  • Der Wald ist ein Ruheraum voller Geräusche. Einerseits wirken die Naturlaute beruhigend auf unseren Geist, andererseits schäfen wir die akkustische Wahrnehmung und lernen genauer hinzuhören.
  • Die komplexen geometrischen Muster, die hier unseren Augen geboten werden bilden ein starkes Konträr zu den gleichförmigen Linien unserer Städte. Das tiefe Grün kitzelt unsere Augen.
  • Aufenthalte im Wald wirken entspannend und stärkt Körper und Geist und ist dabei wohl der beste Abenteuerspielplatz den Mann/Frau/Kind sich wünschen kann.

Nachdem ihr nun viel über Wirkung und Wald erfahren habt, habt ihr bestimmt Lust, euch gleich auf den Weg zu machen und diese auszuprobieren. Lasst eure Kids ruhig mal laufen, sie die Welt alleine entdecken, auch mal stolpern (vll besser immer auch eine Aua-Salbe einstecken haben), denn auch der eine oder andere Kratzer gehört zum Walderleben. Und wartet nicht auf perfektes Waldwetter, denn jeder Tag ist im Grunde ein Waldtag, egal ob bei Regen, Sonne, Schnee oder Nebel. Das Körpergefühl, das eure Kinder hier erfahren dürfen, findet ihr auf keinem abgesicherten Spielplatz. Hier heißt es festhalten, wenn man hochkraxelt und gewappnet sein, dass auch mal ein Ast abbrechen kann. Der Boden ist weich, aber auch stellenweise rutschig oder knorrig verwurzelt. Das geheimnisvolle Dickicht lädt zu allerlei Phantasie- und Kreativspiele ein und ist der Ort für junge Parcournachwuchstalente. Solltet ihr doch ein paar Spielideen mit in den Wald nehmen wollen findet ihr unten noch einige Anregungen.

Waldspiele

  • Lauscht den Stimmen des Waldes: Setzt euch mit euren Kindern hin und schließt die Augen. Hört für eine Minute zu was ihr wahrnehmen könnt und sprecht danach darüber. – Stärkt Konzentration und Wahrnehmung.
  • Waldgeschichten erfinden: Alle streunen für eine Weile durch den Wald und sucht sich ein Objekt aus, das er zum vereinbarten Treffpunkt mitbringt. Jeder erklärt kurz warum er gerade dieses ausgewählt hat und alle Objekte werden in die Mitte gelegt. Ein Mitspieler beginnt damit sich einen der Gegenstände auszuwählen und beginnt eine Geschichte zu erzählen, jedes Kind führt diese fort und so entsteht ein phantasievolles Gemeinschaftsmärchen. – Stärkt Phantasie und Sprachgefühl.
  • Führen und geführt werden: Ein Kind schließt die Augen und wird „blind“ durch den Wald zu einem bestimmten Baum geführt, den es dann befühlen darf, bevor es den Weg wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht wird. Das Kind soll nun mit offenen Augen den geführten Weg zu „seinem“ Baum finden. – Stärkt die Sinneswahrnehmung
  • Spurensuche: Suchen und bestimmen von Wildtierspuren. Welche Tiere sind hier zu Hause? – Umweltkunde und Naturbewusstsein
  • Alle stehen auf einem ungefallenen Baumstamm. Dann müssen sich die Spieler nach bestimmten Merkmalen sortieren, ohne den Boden zu berühren (Alter, Größe, Anfangsbuchstaben des Namens, Ansteigende Reihenfolge des Geburtstages (1-31) etc.) – Stärkt das Balancegefühl
  • Wie viele Personen können auf einem einzigen Baumstumpf stehen? Dies gelingt nur mit viel Gruppen-Zusammenhalt.
  • Gestaltung eines gemeinschaftlichen Waldbildes oder Mandalas mit Naturmaterialien (ca. 1×1 m groß) – Stärkt den Teamgeist und die Kreativität
  • Zapfenwerfen von einer Startlinie aus werden auf Kommando gesammelte Zapfen geworfen. Welcher ist am Weitesten geflogen? – Stärkt Motorik, Körpergefühl und räumliche Wahrnehmung
  • Alte Klassiker mit mehreren Kindern: Verstecken – Fangen; 1,2,3 – Angeschlagen; Bäumchen wechsle dich (bestimmte Anzahl an Bäumen – einer weniger als Mitspieler); Wer fürchtet sich vorm Bösen Mann?; Katz und Maus; Räuber und Gendarm; Kaiser wie viele Schritte darf ich gehen?; Versteinern; Feuer, Wasser, Sturm; etc.

Hinweise und Ausrüstung

  • wetterfeste bzw. zweckmäßige Kleidung (am besten Zwiebellook), festes Schuhwerk
  • Wasser und ev. eine kleine Stärkung (z.B. diese tollen Muffins)
  • ev. Verbandszeug und Aua-Salbe (hier mit Anleitung zum Selber machen), sowie Erste Hilfe Grundkenntnisse (genaueres hier zum Nachlesen)
  • Bitte habt immer ein Sackerl für anfallenden Müll dabei. Dieser muss eingesammelt und mit nach Hause genommen werden. Auch der von Fremden darf da mal mitgenommen werden, so lernen Kinder auch für ihr Umfeld Sorge zu tragen und Verantwortung zu übernehmen. Nichts bleibt liegen, denn sonst ist es schnell vorbei mit dem Paradies.
  • Verabredet mit euren Kindern Grenzen innerhalb derer sie sich frei bewegen dürfen (der nächste umgefallene Baum, Busch mit Beeren etc.), so könnt ihr sie beruhigt laufen lassen.
  • Erklärt euren Kindern, dass sie nichts Gefundenes ohne eure Zustimmung vernaschen dürfen, denn auch wenn Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und Erdbeeren oft dazu einladen, solltet ihr sicher gehen, dass eure Kinder diese nicht verwechseln. Außerdem sollten Waldbeeren (zumindest die, die nah am Boden wachsen) besser gewaschen werden.

Lasst eure Kinder staunen, ausprobieren, genießen, mutig sein – die Natur in vollen Zügen erleben, sie zu achten und zu respektieren. Lasst sie sich in den Wald verlieben. ♥

Wer den Wald mal umgedreht erleben will, nämlich von oben in den Wipfeln, der ist hier am Baumkronenweg goldrichtig.

2 Kommentare bei „Besondere Naturerlebnisse und Spielideen im herbstlichen Wald“

  1. Der Wald ist auch mein liebster Naturraum. Zum Glück beginnt nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt einer. Gerade jetzt, wo ich viel mit dem Kinderwagen unterwegs bin, ist ein Waldspaziergang oft meine Entspannungszeit. Wirklich wie ein kleiner Urlaub.

  2. […] Der Weg ist nicht nur wegen der sensationellen Ausblicke spannend, er erklärt auch anschaulich Flora und Fauna der dortigen Mischwälder und bringt mit sapnnenden, wackeligen Hängebrückenelementen auch noch Spannung ins Geschehen, die den Gleichgewichtssinn schult und jede Menge Spass macht. Ohnehin tut Wald einfach nur gut und bietet viel Anreiz für Kinder allen Alters. […]

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