Salzburgs Boulderhallen im Familientest

Im Großen und Ganzen ist Salzburg mit vier Indoormöglichkeiten zum Bouldern nicht schlecht ausgestattet. Jede der Boulderhallen hat ihre Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale. Aber wie sieht es mit der Familientauglichkeit aus? Unser Mini ist ja erst eineinhalb, aber trotzdem möchten wir nicht ganz auf den Sport verzichten, und auch nicht immer getrennt voneinander losziehen. Der Kleine fühlt sich zwar in den Hallen auf dem Weichboden grundsätzlich wohl, aber an richtiges Klettern ist natürlich noch nicht zu denken. Trotzdem haben wir alle vier Kletterhallen besucht und wagen einen direkten Vergleich.

Boulderhalle in Itzling

Fläche: ? (geschätzte 800-900m2)
Eintrittspreis: 9,90€, Kinder unter 4 Jahren gratis, Familienrabatt 10% auf 10er-Block und Dauerkarten
Gastronomische Verpflegung: ja

Die Boulderhalle Salzburg ist ein weitläufiger, heller und freundlicher Ort, an dem man sich sofort wohl fühlt. Für uns die beliebteste Halle, wenn wir mit little Mo unterwegs sind, da unser Mini da auch rumdüsen kann ohne sich ständig in Gefahr zu bringen. Gleichzeitig ist die Boulderhalle sehr weitläufig und bietet vielfältige Routen für (fast) alle Schwierigkeitsgrade. Aber vor allem die Atmosphäre ist toll: lichtdurchflutet, angenehme Hintergrundmusik, die von den Boulderern mitbestimmt werden kann, und eine kräftige Lüftung, die ebenfalls von den Benutzern der Halle eigenständig aktiviert werden kann, sollte es einem mal zu stickig werden.

Außerhalb der Stoßzeiten ist der Andrang übersichtlich und so ist das Bouldern mit Zwergen im Anhang relativ stressfrei.

Das gefällt uns

  • hell, luftig, weitläufig
  • nicht überlaufen
  • große Auswahl Boulderprobleme
  • eigene Musik oder unaufdringliche Playlist
  • Kletterhalle gegen Aufpreis nutzbar

Das geht besser

  • eher teuer
  • Toiletten nur in der Umkleide der Kletterhalle
  • kein dedizierter Kinderbereich
  • keine dedizierte Wickelmöglichkeit


Bouldertown in Lehen

Fläche: 180m2
Eintrittspreis: 7,00€, Familien (1EW + 1 Kind): € 8,00 (muss während der Öffnungszeiten in der Volkshochschule Salzburg nebenan erworben werden – 6er-Blocks gibt es schon um 35€, Familien-6er-Block um 40€)
Gastronomische Verpflegung: nein, Snack- & Getränkeautomat vorhanden (eher spärlich bestückt), aber SPAR nebenan

Die Bouldertown ist ein Projekt der Volkshochschule Salzburg und finanziert durch die Stadt. Diese vergleichsweise kleine Halle funktioniert nach dem Selbstbedienungsprinzip. Man löst vorab bei der VHS ein Einzelticket, 6er-Block oder einen Dauerpass und kann dann jederzeit (von 9:00 bis 21:30) mittels seiner Karte in die heiligen Hallen. Vorteil ist definitiv, dass sie relativ wenig genutzt wird und man oft sogar die ganze Einrichtung für sich hat. Vor allem wenn man kleine Kinder dabei hat entspannt das die Sache enorm. Wirklich lukrativ ist die Bouldertown aber besonders für Studenten unter 26, denn billiger (4€!!) bouldert sichs drinnen sonst nirgends in der Umgebung. Die Bouldertown kann auch für Gruppen angemietet werden. Musik kann man selbstständig anmachen, genauso wie die Fenster beliebig von den Nutzern geöffnet bzw. geschlossen werden können.

Das gefällt uns

  • wenig frequentiert
  • eher günstig, besonders für Studenten und Familien
  • eigene Musik, Radio

Das geht besser

  • Eintrittskarten nur während Öffnungszeiten der VHS Salzburg erhällich
  • Wirkt an manchen Stellen nicht fertiggeschraubt

Boulderbar in Schallmoos

Fläche: etwa 900m2
Eintrittspreis: 9,90€, Kinder unter 6 Jahren gratis
Gastronomische Verpflegung: ja

In der Boulderbar stehen dir zwei voneinander abgetrennte Bereiche zur Verfügung. Oben befindet sich der Familien- und Kinderbereich. Mit Kindern unter 4 Jahren darf man sich nur hier aufhalten. Einerseits super, dass man hier eine eigene Zone hat, die einem als Familie zur Verfügung steht, andererseits ist der Bereich vergleichsweise klein und richtig austoben kann man sich als Erwachsener hier nicht. Die Boulderbar bietet für Familien mit Kindern ab 4 Jahren einen Boulderführerschein an, mit dem Erwerb dessen dürfen die Kinder dann auch den großen Bereich nutzen. Dies finden wir ein großartiges Angebot, da Eltern und Kinder nochmals im sicheren Umgang und Verhalten in der Halle geschult werden. Die Boulderbar ist zwar vom Angebot her sehr familien-freundlich, allerdings besteht ein großer Teil des Klientels aus Studenten, Singles und Partypeople, was sich an der Gesamtgestaltung sowie der sehr lauten (aufdringlichen?) Musik bemerkbar macht. Nicht ganz optimal ist, dass sich der Kinderbereich auf er Gallerie im ersten Stock befindet, so muss man immer aufpassen, dass die Zwerge nicht die Treppe hinunterpurzeln oder irgendwas durchs Geländer hinunterwerfen. Sehr cooles Angebot, für uns mit quirligem Kleinkind aber nicht ganz optimal.

Das gefällt uns

  • Kinder unter 6 Jahren gratis
  • dedizierter Kinderbereich
  • Boulderführerschein ab 4 Jahren

Das geht besser

  • eher teuer
  • meistens sehr viel Betrieb
  • Kinderbereich unter 4 verpflichtend
  • Kinderbereich oben auf Gallerie
  • Eher laute Partybeschallung

Kletterhalle Südwand Anif

Fläche: etwa 120m2 Boulderfläche
Eintrittspreis: 7,50€ (ÖAV, DAV und Naturfreunde 6,50€)
Gastronomische Verpflegung: ja

Die Kletterhalle in Anif ist verhältnismäßig klein, allerdings gleich neben dem Indoor-Action-Kinderspielplatz Hoppolino. Für die Unterhaltung des Nachwuchses ist also bestens gesorgt. Die Kletterhalle ist unserer Erfahrung nach nie überfüllt, was auch ein angenehmer Nebeneffekt ist. So kann der Mini auch hier meistens relativ gefahrlos umherflitzen. In der Halle werden auch eigene Kletterkurse für Kinder und Eltern-Kind-Kletterkurse angeboten. Der Boulderbereich ist für unseren Geschmack etwas zu speziell. Für den mittleren Schwierigkeitsgrad haben wir nur eine handvoll Routen gefunden. Der Rest war uns entweder viel zu leicht oder viel zu schwer. Zum Klettern mit Kind bietet sich die Halle wegen der drei vorhandenen Sicherungsautomaten dennoch an. So kann auch ein Elternteil alleine Seilklettern, während der andere das Kind betreut.

Das gefällt uns

  • Indoorspielplatz direkt nebenan in der gleichen Halle
  • ordentliches Kletterangebot
  • wenig frequentiert
  • dedizierter Spiel- und Aufenthaltsraum für die Kleinen
  • Eltern-Kind-Kletterkurse

Das geht besser

  • Boulderbereich eher übersichtlich
  • Handtrockner braucht dringend Wartung
  • Boulderprobleme im mittleren Schwierigkeitsgrad spärlich

Schreibe einen Kommentar