Home ReisenEuropaSkandinavien Winterliche Skandinavienreise – Finnland mit Kind entdecken

Winterliche Skandinavienreise – Finnland mit Kind entdecken

von Tom

Im März 2018 machten wir uns auf, einen meiner besten Freunde in seiner – damals neuen – Wahlheimat Finnland zu besuchen und bei der Gelegenheit das Land mit little Mo zu entdecken. Ein eher ungewöhnlicher Trip mit Baby – besonders im klirrend kalten Winter. Warum Finnland trotz der Kälte und oft grauen Himmels auch im Winter auf deine Elternzeit-Bucketlist gehört? Die Natur und ihre Elemente stehen ganz im Zentrum, atemberaubend und gleichzeitig voller Ruhe.

Auf Tuchfühlung mit Finnlands Hauptstadt Helsinki

Nachdem wir von Salzburg mit Zwischenstopp in Amsterdam, nach 4 Stunden, endlich in Helsinki angekommen waren, kam die erste Ernüchterung gleich zweifach: Helsinki empfing uns im schönsten (ärgsten) wintergrau, ohne Sonnenschein – und unser Gepäck hatte es auch nicht mit in die finnische Hauptstadt geschafft.

Trotzdem konnten wir den Spirit der kleinen finnischen Metropole schon am Flughafen etwas vorfühlen und haben, gleich nach dem Ankommen, viele extrem freundliche Finnen getroffen. Bereitwillig wurde uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden: mit der Gepäcksuche, den Zugtickets oder einfachen Auskünften zur richtigen Richtung.

Acht Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Finnlands und hatten so jede Menge Zeit diese quicklebendige, reizende Hafenstadt und einen Teil seiner über 300 vorgelagerten Inseln ausführlich zu erkunden. Die Stadt bietet nicht nur tolle Architektur und Design, es gibt auch viele Möglichkeiten die umliegende Natur zu erkunden. Viele Details zu Helsinki gibts in einem eigenen Artikel, einfach hier klicken.

Gewohnt haben wir nicht im Zentrum sondern im Universitätsviertel Espoo, welches ca. 30 min außerhalb vom Zentrum liegt, aber super gut mit U-Bahn und Bus angebunden ist. Der Vorteil von Espoo ist, dass man schon fast inmitten wunderschöner Natur liegt. Auch die Meeresbucht, die im Winter zugefroren ist, ist wirklich schön und für ausgedehnte Spaziergänge geeignet.

3 Fun Facts zu Finnland:

  • Wer nicht gleich zu Beginn als Tourist auffallen will, sollte sich beim Stadtbummel durchaus etwas Zeit fürs Essen nehmen. Wie wir erst etwas später erfuhren, legen die Finnen wohl sehr viel Wert auf Ruhe beim Essen und so würde niemand sonst kauend, mit einem Sandwich in der Hand durch die Landeshauptstadt gehen.
  • Die Finnen lieben Kaffee (so wie wir) und trinken weltweit gesehen am meisten.
  • In Finnland gibt’s mehr Saunen als Autos.

 Teil zwei unserer Finnlandreise führt uns nach Nordkarelien

Mit einem Mietauto geht’s in die Region der finnischen Seenplatten. Hier wird uns mit Tiefschnee und zugefrorenen Seen das Sinnbild von Winterwonderland präsentiert. Außerdem werden wir zur Abwechslung mit strahlendem Sonnenschein begrüßt. In der schier perfekten Winterlandschaft bieten sich außerdem jede Menge Möglichkeiten an Outdooraction: ob Schneeschuhangeln, Eisfischen, Langlaufen, Eislaufen, Skifahren oder Fatbiking. Dabei hat uns aber nicht nur das Angebot, sondern die gesamte zauberhafte Gegend um den Pielinensee und seine berühmten Koliberge in den Bann gezogen. Die zwei Hügel mit ihren 347 m als Berge zu bezeichnen ist für uns Alpenländler schon ein bisschen ironisch, nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um eine märchenhaft schöne Gegend.

Pielinensee

Der See ist im Winter zugefroren und statt der Fähre führt im Winter eine Eisstraße von einem Ufer zum Anderen. Wir haben den See mit Schneeschuhen im Tiefschnee bewandert und uns die kleinen Inselchen genauer angesehen. Ein schöner Ausflug in total unberührter Natur,

Vuonislahti

Der Ort liegt auf der gegenüberliegenden Seeseite von Koli, im Winter werden die beiden Orte durch die besagte Eisstraße verbunden. Von hier aus finden sich schöne und günstigere Unterkünfte als in der nationalparkgegend, außerdem genießt man fantastische Ausblicke über den See auf den Koli Nationalpark.

Koli Nationalpark

Das 30km2 große Naturschutzgebiet ist eine bewaldete Hügelgruppe mit seinen Gipfeln Ukkokoli (347m hoch) Pahakoli und Akkakoli, von denen aus man einen wundervollen Blick über den Pielinensee bis nach Russland genießt. In vorchristlicher Zeit waren die Berge heilige Opferstättem, was angesichts des Landschaftsbildes sehr verständlich scheint. Ursprünglich waren die Koliberge ein massiver Gebirgszug der allerdings der Erosion durch die eiszeitlichen Gletscher zum Opfer fiel, der nur die harten Quartzschichten widerstehen konnten, die heute die Koliberge bilden. Den Nationalperk kann man wunderbar zu Fuß oder mit Schneeschuhen oder Langlaufskiern erkunden. Es gibt eine Vielzahl an super ausgebauten Wanderwegen. Das Hotel Koli mit seinem Koli Relax Spa incl. Besucherzentrum beeindruckt mit fantastischem Essen und bezaubernden Ausblicken.

Reiseabschluss im Hohen Norden: Lappland wir kommen!

Lappland bezeichnet nicht nur ein finnisches Gebiet sondern eigentlich den gesamten nördlichen Teil Skandinaviens, das von den Samen bewohnt wird. Wir entscheiden uns für Rovaniemi als Ausgangspunkt für unsere Erkundungen, da die Stadt sehr gut angebunden ist und alles bietet, was man so braucht. Abgesehen von den Nordlichtern, welche wir natürlich hofften sie zu sehen, wird uns hier einiges geboten. Alles was wir besucht und erlebt haben beschreiben wir euch nun genauer.

Das Arktikum

ist ein modernes Museum, das zu allererst – dank seiner 172m langen gewölbten Glaskuppel – schon mit seiner Architektur beeindruckt.In seiner Ausstellung kann man alles über das arktische Leben erfahren: seine Menschen, klimatische Extrembedingungen, Landschaftsformen und Natur – inklusive Nordlichttheater. Für uns der perfekte Zeitvertreib, als uns das Schneegestöber doch zu wild wurde.

Das Weihnachtsmanndorf

ist einer der am besten touristisch inszenierten Orte, der mit einer persönlichen Audienz beim Weihnachtsmann lockt. Man kann aber auch Eisskulpturen und Riesenschneemänner bestaunen, das Weihnachtsmuseum besuchen oder eine Schlittenfahrt unternehmen. Etwa 2km von hier gibt es auch den Santa Park, ein weiteres weihnachtliches Vergnügungszentrum. Alles in schön amerikanischem Stil. Für ein Foto mit dem Weihnachtsmann zahlt man übrigens gut 30€, weshalb wir euch kein Bild von ihm mitgebracht haben…

Aurora-Hunting: Auf der Suche nach dem Polarlicht

Wir haben schon kaum mehr an unser Glück geglaubt, denn nachmittags zog jeden Tag eine dicke Wolkendecke auf. Aber am letzten Abend sollte es dann doch sein, es klarte gegen halb 10 abends auf und voller Erwartungen und doch wenig hoffnung, machten wir uns auf, schlafendes Kind ins Auto und raus aus der Stadt. Ein wenig dauert es, bis man wirklich von völliger Dunkelheit umgeben ist, denn nur dann kann man das Naturwunder auch wirklich gut sehen. Nach fast einer Stunde unterwegs, wollten wir schon fast aufgeben und heimfahren, als wir doch noch erste grüne Lichter am Horizont entdecken. Das Erlebnis an sich lässt sich schwer in Worte fassen, aber wir fanden es einfach unglaublich.

Unser Tipp: Am Besten die Vorhersagen via App (Polarlicht-Vorhersage) checken und eine Portion Geduld mitbringen.

Der Ranua Wildlifepark

Der naturnahe Wildtierpark ist in einen Wald eingebettet. Hier kann man in groß angelegten Gehegen die arktische Tierwelt bestaunen: Polarbären, Luchse, Bieber, Otter, Wildschweine, Eulen, Füchse, Rentiere u.v.m. können hier gesichtet werden. Als wir da waren, war das alles leider in eine graue, wolkenverhangene Szenerie gebettet und mit eisigem Wind geschmückt, weshalb wir (a) fast allein in dem Park waren und (b) nicht allzu lange geblieben sind.

Pyhä & Luosto Nationalpark

Steile Hänge, tiefe Schluchten und ein ausgedehntes Waldgebiet sind die markantesten Merkmale des Naturschutzgebietes. Hier befindet sich ein Wintersportzentrum und man kann das gesamte Gebiet durchwandern, mit Schneeschuhen erkunden, Langlaufen oder mit einem Schneemobil abfahren.

Kopaara Rentier- und Huskyfarm

Hier kann man Rentiere füttern und beobachten, sich von ihnen durch den Schnee ziehen lassen oder einfach den interessant gestalteten Rentierpfad entlanggehen, an dem man wissenswertes über die Tiere erfährt, während man an ihren Gehegen vorbeispaziert. Die Huskyfarm haben wir nur von außen gesehen, von außen schienen uns die Zwinger allerdings extrem klein zu sein, die Hunde waren außerdem wie verrückt am Bellen, so dass wir auf dieses Erlebnis lieber verzichteten.

Seit unserer Finnlandreise träumen wir davon, das Land auch im Sommer kennenzulernen, vielleicht ein Plan für 2022. Außerdem wollen wir unbedingt auch die finnischen Nachbarländer besuchen. Am Blog von Madame-Fernweh findest du dazu Inspirationen, die Lust machen, gleich die Koffer zu packen.

1 comment

Mel 24. Februar 2022 - 11:52

Finnland im Winter – ein wahrer Traum. Das sieht echt so super aus was ihr da erlebt habt! Könnte ich mir auch vorstellen.
Übrigens, dass mit den Saunen (mehr als Autos) habe ich schon mal wo gelesen und gewusst 😉

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