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Mit Kindern über Krieg sprechen

von Kristina

Nun ist es doch soweit. Etwas von dem wir immer behauptet haben: Nie wieder. Nur 74 Jahre nach dem Ende der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts ist das Undenkbare wieder da: Krieg. Mitten in Europa. Vor unserer Haustür. Das was bis vor wenigen Tagen keiner wirklich für möglich hielt ist eingetreten, Putins Streitkräfte marschieren in die Ukraine ein. Es fühlt sich unwirklich an, beängstigend, macht uns traurig, sprachlos, wütend. Und während wir in unserer heilen Welt sitzen fühlen wir uns auch noch hilflos.

So geht’s uns Erwachsenen. Wie erst nehmen unsere Kinder das wahr? Zu glauben, dass sie von der Umwelt nichts mitbekommen ist naiv, sie nehmen unzählige diffuse Informationen, Gesprächsfetzen und Gefühle wahr und haben entsprechend auch Fragen.

„Mama, geht Krieg wieder vorbei?“.

Manche Kinder sprechen ihre Gedanken ganz offen aus, andere nicht. Oft bleiben diese Kinder mit ihren stillen Fragen, Unsicherheiten und Ängsten alleine. Daher ist es enorm wichtig, solche aktuellen, brisanten Krisenherde mit euren Kindern zu besprechen. Helft euren Kindern, ihre Ängste abzubauen und – im entsprechenden, ans Alter angepasste Ausmaß – die Situation zu begreifen. Lasst eure Kinder nicht mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten alleine! Ich möchte euch – auch weil es meine berufliche Expertise trifft – ein paar Tipps zum Umgang mit dem Thema mitgeben:

1. Geh auf die Fragen deines Kindes ein und bringe in Erfahrung was es bereits dazu weiß.

In der Fachsprache nennen wir es Vorwissen: Tastet euch heran und findet heraus, was eure Kind zum Thema schon alles gehört hat. Holt es dort ab wo es steht. Fragmentarisches, kontextloses Wissen führt oft zu Unsicherheiten und Ängsten, deshalb ist es wichtig auf den Status quo eures Kindes einzugehen.

2. Offenheit – Kein Geheimnis daraus machen

Bitte seht davon ab euren Kindern vorzuspielen, dass es die heile Welt da draußen gäbe. Dass nicht immer alles gerecht abläuft und auch schlimme Dinge passieren ist für dein Kind kein Geheimnis. Bitte trivialisiert und verharmlost solch schwerwiegende Themen nicht! Sprecht mit ihnen offen, aber sachlich über das Thema und versucht offene Fragen zu beantworten, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Wissenslücken sorgen eher dafür, dass Kinder sich Zusammenhänge selber erdenken oder erfinden, was letztlich zu mehr Angst aber auch völlig falschem Verständnis führen kann.

3. Keine Emotionalisierung

Bitte geht nicht auf grausame Details und zeigt euren Kindern auch keine Schreckensbilder. Gefragt ist ein empathischer Umgang, ohne das Thema zu Sentimentalisieren, Panik zu verbreiten oder die Kinder direkt betroffen fühlen zu lassen.

4. Mediennutzung – Informiert euch gemeinsam

Lass dein Kind am Informationsgewinnungsprozess teilhaben. Nur so lernen Kinder sich in unserer schnell drehenden, digitalisierten Welt zurechtzufinden und Falschmeldungen oder manipulative Beiträge von gut recherchierter Information zu unterscheiden. Es gibt viele Nachrichtenformate, die Informationen auch für Kinder aufbereiten. Informiert euch auf diesem Weg gemeinsam mit euren Kindern und sprecht darüber. Neben Kindernachrichten gibt es auch einige Kinderbücher in denen Themen wie Krieg, Verfolgung und Flucht aufgegriffen werden (siehe auch Punkt 6).

5. Sprecht über eure Gefühle und gebt Sicherheit

Nehmt die Gefühle eures Kindes ernst. Statt einfach zu beschwichtigen, ist es besser darauf einzugehen und darüber zu sprechen. Die Gefühle zu benennen, sie einzuordnen und in den Kontext zu setzen kann helfen besser damit umgehen zu können.

Versucht auch eure Gefühle in diesem Zusammenhang mit dem Kind zu teilen und ihm so Sicherheit zu geben – es ist in Ordnung, sich Sorgen zu machen, oder auch Angst zu haben, aber es ist auch wichtig Kindern Bewältigungsmechanismen aufzuzeigen.

„Ich mache mir Sorgen, deshalb verfolge ich die Geschehnisse und informiere mich.“

„Wenn ich Angst bekomme, spreche ich mit deiner Mutter/deinem Vater/mit Vertrauensperson XYZ darüber, dann bin ich nicht damit alleine.“

„Die Situation macht mich sehr traurig, aber es hilft mir darüber mit deiner Mutter/deinem Vater/Vertrauensperson XYZ zu sprechen“.

6. Eine Auswahl an geeigneten Medien für Kinder

Kindernachrichten

Kinder- & Bilderbücher zum Thema Krieg und Flucht:

Demokratie lebt nur mit und durch aktive Demokraten und Demokratinnen. Ihr Eltern seid ein wichtiger Maßstab für die Wertehaltung eurer Kinder und legt einen wichtigen Grundstein, damit sie aktiv ihre und unsere Zukunft mitgestalten (können).

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