Überquerung Untersberg – Tag 2 – Stöhrhaus bis Geiereck

Tag 2 der unserer Untersbergüberquerung  beginnt da wo Tag 1 aufhört. Nachts im eigentlich komfortabelsten 3-Bettzimmer im Stöhrhaus.

 

Die Nacht auf der Hütte mit Kleinkind

Nächtlicher Blick von Zimmer 3 im Stöhrhaus
Die Dunkelheit nachts am Untersberg ist überwältigend – Trotzdem können wir nur wenig schlafen.

Obwohl wir alle den Tag über genug gewandert sind um totmüde ins Bett zu fallen und zu schlafen, kann Mo sich keine richtige Schlafposition finden. Er rollt sich immer wieder hin und her, weint gelegentlich, strampelt, schläft kurz wieder ein. Hier zeigt sich auch das Hauptproblem beim Nähtigen auf der Hütte mit Kind. Alle Geräusche, egal ob aus dem Gastraum, Waschraum, Toiletten oder Bettenlager kommen nahezu ungefiltert im Bett an. Normalerweise würde man jetzt die Ohrenstöpsel in den Gehörgang quetschen und zum Einschlafen wohlig dem blut auf seinem Weg ins Gehirn zuhören. Geht aber nicht mit Kind. Man muss ja hören, wenn es aufwacht oder weint. Mo trägt selbstverständlich auch keine.

Also drehen wir uns  von einer Seite auf die andere – hoffen auf Schlaf – und finden schließlich kurz nach 4 am Morgen doch noch Ruhe.

Frühstück

Als wir um kurz vor 8 aufwachen sind wir noch ziemlich gerädert, aber freuen uns schon auf Kaffee und Frühstück. Also nichts wie runter in den Gastraum. Das Frühstück ist gut, aber da sehr viele, sehr hungrige Mäuler gstopft werden wollen (man denke an die Höhlenretter vom Vortag, die in der Scheune nebenan genächtigt haben), heißt es oft Warten auf Nachschub am Buffet.  Dennoch gestärkt packen wir unsere Sachen und verlassen nach Katzenwäsche und Zähneputzen motiviert das gegen 9 das Stöhrhaus in Richtung Geiereck.

 

Stöhrhaus – Berchtesgadener Hochthron – Mittagsscharte – Salzburger Hochthron – Geiereck

Fast die gesamte Zeit des zweiten Tages bewegen wir uns durch weißen Dunst. Die Woken hängen tief.

Wir starten unsere Wanderung durch die tief hängenden Wolken und erreichen nach etwa 20min den Berchtesgadener Hochthron. Die sonst wohl grandiose Aussicht fällt ob der Wolken leider aus, also reduzieren wir unsere Pause auf das nötigste: Kurz Fotos am Gipfelkreuz machen, etwas Trinken, Grüßen und weiter. Der Rest des Weges ist zwar schön, aber wenig spektakulär, was vor allem am grauen Wetter liegt. Plötzlich Tumult in der Gruppe: Gämsen gesichtet. Fasziniert verfolgen wir die geschickten Tiere mit unseren Blicken, und wünschen uns ebenso flink und sicher über die Felsen zu springen.

Möglicherweise war es der Gedanke an die Gämsen, der uns  – etwa auf halber Strecke zwischen Berchtesgadener Hochthron und Salzburger Hochthron – links von markierten Weg auf einen Trampelpfad abkommen lässt. Nicht zum ersten Mal. Etwa eine Woche vor seiner Geburt, war Mo schon einmal mit uns hier oben, allerdings von Geiereck aus kommend. Wie vor einem Jahr folgen wir dem Pfad, der genau auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich verläuft einige Minuten, bis wir den Fehler erkennen. Es scheint der Pfad zwar hinunter zur Mittagscharte zu führen, jedoch sind wir uns nicht sicher, und kehren daher zurück zum markierten Weg.

Bald gehen wir bergab zur Mittagsscharte. Ich bin wieder unendlich froh über die Wanderstöcke, denn Mo in seiner Kraxe hängt sich ganz schön an. Besonders das Bergabgehen ist mit dem Extra-Gewicht sehr anstrengend. Aber auch der Anstieg zum Salzburger Hochthron hat es in sich, da der sehr lose Untergrund ein extra Quäntchen Konzentration bei jedem Schritt erfordert. Die ~15 bis über 30% Steigung über ausgetretene Stufen und loses Geröll zum Großen Heubergkopf kosten Energie. Und Nerven. Aber auch hier bewähren sich die Stöcke. Oben angekommen ist der Weg zum Salzburger Hochthron vergeleichsweise flach und lässt uns fast beschwingt weitergehen.

Von nun an scheint nach jeder Senke, jedem Hügel das Geiereck zu warten. Es wird Zeit. Wir sind alle schon wieder hungrig, und das feucht-kühle Wetter nagt an der Motivation. Mo nimmt die Wanderung recht gelassen. Eimal muss er zum Einschlafen aus der Kraxe zu Kristina in die Ruckeli-Trage wechseln. Aber auch er scheint zu spüren, dass die Wandrung zu Ende geht und wird quengelig.

Da die Touristen in T-Shirt, Sneakers und Flip-Flops (!) um uns herum immer zahlreicher werden, können wir Kasnocken  und Almdudler von der Hochalm schon förmlich riechen. Nach nur 3:46h erreichen wir die Hütte. Alle sind platt, aber glücklich. Nach dem Mittagessen werden wir uns stinkend aber sehr zufrienden unter die Salzburger Tagestouristen mischen und mit der Seilbahn vom Geiereck durch die Wolken nach Grödig fahren.

Schee wars!

Unsere Tour am Untersberg

Planung Mehrtagestour mit Kleinkind

Tag 0: Vorbereitung – Packen

Tag 1: Hintergern – Stöhrhaus

 

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