Planung Mehrtages-Bergtour mit Kleinkind am Untersberg

Nachdem wir nun schon einige kleinere Halbtages – oder Tagestouren am Berg mit Mo in seiner Kraxe von Deuter unternommen hatten stand nun die erste Reifeprüfung für uns an: eine Mehrtagestour – zwei Tage reichten uns für den Anfang – mit Übernachtung auf einer Berghütte. Da der Untersberg quasi unser Hausberg ist – ich betrachte ihn fast jeden Morgen mit Glücksgefühlen beim Kaffeekochen – fiel die Wahl des Berges nicht schwer.

Der Untersberg ist ein Bergmassiv zwischen Salzburg und Berchtesgaden, der mit einem weitverzweigten Netz aus Hütten, Almen und Wegen erschlossen ist, aber den großen und kleinen Abenteurer vor allerlei alpine Herausforderungen stellt. Obwohl man immer wieder verirrte Salzburg-Touristen mit T-shirt, Jeans und Sneakers trifft – die Seilbahn am Geiereck fährt im Halbstundentakt – ist der Untersberg ein richtiger Berg im alpinen Sinn. Eine Bergtour hier sollte man also nicht unterschätzen. Das gilt im besonderen, wenn man seinem Zwerg die wunderbare Welt der Berge in Natura näherbringen möchte. Im folgenden möchte ich  meine gesammelten Erfahrungen vom Untersberg mit euch teilen und euch eine Orientierung für euer eigenes Bergabenteuer mit Zwerg geben.

WICHTIG: Eine solche Tour erfordert schon etwas Erfahrung im alpinen Berggehen und ein gut eingespieltes Team aus Berg-Eltern und Abenteuerkleinkind.

Anforderungen an euch und euren Abenteuerzwerg

Eine Mehrtagestour in den Alpen (oder anderem alpinen Gelände) wird euch (aber natürlich auch eurem Zwerg) körperlich und psychisch einiges abfordern. Daher solltet ihr aus meiner Erfahrung folgendes Mitbringen:

Allgemeine Fitness

Grundsätzlich gilt das gleiche im besonderen Maße wie für kürzere Bergtouren.
Eine gute körperliche Verfassung und Fitness MÜSST ihr mitbringen.

Alpine Erfahrung

Ihr solltet grundlegende Erfahrung mit Touren im alpinen Gelände haben und auch euer Zwerg sollte schon einige Touren mit euch gemacht haben und die Belastung gewöhnt sein.

Richtige Ausrüstung

  • Festes Schuhwerk
  • Bequemer Wanderrucksack (am besten mit Trinkblase)
  • Kleidung für jedes Wetter (möglichst leicht und klein verpackbar)
  • Wechselkleidung
  • Bequeme und für euch und den Zwerg gut eingestelle Kraxe (auch mit Trinkblase
  • Sonnencreme
  • Wetbag und/oder Mülltüte (Müll den ihr am Berg produziert, wie z.B. Windeln, müsst ihr wieder mit ins Tal nehmen)
  • Hüttenschlafsack (kann man meist auch auf der Hütte kaufen, evtl. vorher anfragen
  • Handy mit Navigationsapp (ggf. kleine Powerbank mitnehmen)
  • Papierkarte vom Gebiet als Backup
  • Essen für euch und euren Zwerg
  • Windeln + Feuchttücher (oder Waschlappen)
  • Evtl. ein Nackenkissen für den Zwerg in der Kraxe (vorher ausprobieren)

Gute und gewissenhafte Planung im Voraus(!)

Auch wenn unser Beispielberg – der Untersberg – relativ gut erschlossen ist, bietet er reichlich Potential sich zu übernehmen oder vom Weg abzukommen. Zusätzlich ist das Wetter im Gebirge ein nicht zu unterschätzender Faktor. Am Berg ist leider oft kein Handy-Empfang, sodass spontanes checken des Wetters oder Umplanung der Route über das Smartphone eher schwierig sind.

Schaut euch also vor der Wanderung die Route, welche ihr zu gehen gedenkt, gut an und schaut auch nach Alternativen Routen (wenn z.B. die Kraftreserven doch schon unerwartet früh zu Neige gehen oder das Wetter nicht mitspielt oder der Abenteuerzwerg nun doch schnell nach Hause will).

Zeichnet eure Route(n) am besten in eine Papierkarte ein. Zusätzlich kann auch eine Routenplanung am Smartphone sinnvoll sein. Ich verwende hierzu z.B. die App Komoot (Komoot im Google Play Store | Komoot im Apple App Store), welche kostenpflichtige Offline-Karten bietet. Die App hilft durch Angabe von Dauer und Schwierigkeit Touren besser einschätzen zu können. Eine Gratis-Alternative ist z.B. die bergfex App (bergfex im Google Play Storebergfex im Apple App Store).

Motivierte Mitstreiter

Eine solche Tour nach eine kleine Gruppe, damit man sich beim Tragen des Zwergs auch mal abwechseln kann.
Auf keinen Fall solltet ihr eine solche Tour mit Zwerg alleine in Angriff nehmen!

Mitgliedschaft Alpenverein

Da die meisten Hütten in den Alpen Alpenvereinsmitgliedern deutliche Preisvorteile bieten lohnt sich die Überlegung allein hier schon. Für mich war besonders die Versicherung überzeugend, da die im Notfall ausrückende Bergrettung inkl. Helikopterflug von dieser getragen werden.

Außerdem unterstützt Du mit einer Mitgliedschaft die Erhaltung der Hütten und Wanderwege.

Unsere Tour am Untersberg

Tag 0: Vorbereitung – Packen

Tag 1: Hintergern – Stöhrhaus

Tag 2: Stöhrhaus – Berchtesgaadener Hochthron – Salzburger Hochthron – Geiereck

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