Ist das DER Fahrradsitz für kleine Abenteurer?

Auf der Suche nach dem richtigen Sitz für den Mini-Mountainbiker:
Natürlich vorne zwischen Papa’s Armen.
Thule Yepp Nexxt Mini

Thule bietet als einer der wenigen Hersteller überhaupt 3 verschiedene Fahrradkindersitze zur Montage vor dem Fahrer an. Wir haben uns für das aktuellste, weil leichteste Modell entschieden. Thule bezeichnet ihn zwar als „Leichte[n] und elegante[n], vorne
angebrachte[n] Fahrradkindersitz mit pfiffigem Design für Fahrten in der Stadt“, er wurde aber kürzlich auch im Mountainbike Online Magazin Enduro MTB getestet und ging als Kauftipp Preis/Leistung aus dem Test hervor.

Eigentlich beste Vorraussetzungen also für die Heranführung des Zwergs an meinen Lieblingssport: Mountainbiken.

Der Sitz mit Mo

Die Schultergurte rutschen leider ständig nach unten.

Wenn man einen stabilen Einstellständer oder ein zweites Paar Hände zur Verfügung hat ist das Ein- und Aussteigen für die Zwerge eigentlich ganz einfach. Eigentlich – wäre da nicht das Gurtschloss das sich jedes !“§$%&“‚ Mal, wenn ich Mo hineinsetze unter ihm einklemmt. Das Gurtschloss selbst funktioniert einwandfrei und ist dank mit Magneten einschnappendem Verschluss kinderleicht zu schließen. Dann noch die Füßchen in den Fußrasten mit den Gurten festzurren und fertig. Mo hält sich ganz selbstverständlich am ergonomisch gut geformten Haltegriff fest und rüttelt ungeduldigt daran, wenn ich mal wieder zu lange brauche das Fahrradschloss im Rucksack zu verstauen und aufzusteigen.

BRM BRM BRM! (FAHR JETZT ENDLICH LOS, PAPA!)

Zwischen Papas Armen mit freiem Blick nach vorne ist Biken gleich noch viel schöner!

Der Sitz im Einsatz (Asphalt und Schotterwege)

Die Fahrt mit dem Thule Yepp Nexxt Mini ist im Vergleich zum schweren Anhänger ein echter Genuss. Besonders Mo scheint es sehr zu gefallen. Während er im Anhänger (Croozer KidforOne) bisher meist recht teilnamslos mitfuhr, ist danke dem vrone Montierten Sitz Interaktion während der Fahrt möglich. Und so brabbelt der Zwerg fröhlich vor sich hin, reicht mir meine (angelutschte) Sonnenbrille („Papapapapapa!“), zeigt mir begeistert Flugzeuge und Flamingos, und ist insgesamt sehr vergnügt. Für mich ist es super, den Mini in Reichweite zu haben und sein Befinden direkt mitzubekommen. So kann ich meine Fahrweise sehr einfach an sein Befinden anpassen, ohne nach hinten schauen zu müssen.

Dafür muss man beim Thule Yepp Nexxt Mini leider ständig die Schultergurte des 5-Punktgurtsystems wieder auf die Schultern schieben. Dadurch, dass die Lehne und das Gurtschloss so niedrig sind lässt sich dieses Verhalten schwer vermeiden. Hier sollte der Hersteller ggf. mit einem Brustgurt, der die Beiden Gurtew wie bei einme Rucksack auf den Schultern hält, nachbessern. Ich werde hier vorerst mal mit einem Klettband nachhelfen.

Fahrverhalten

Der Lenkereinschlag wird deutlich eingeschränklt, da die Fußrasten am Oberrohr anschlagen. auch hier ist eine Schutzfolie am Bike sinnvoll.

Das Fahrverhalten meines Mountainbikes hat sich durch den Sitzt natürlich spürbar verändert. Lenkbewegungen sind durch das zusätzliche Gewicht am Lenker gedämpft, und der maximale Lenkeinschlag ist durch die Fußrasten, welche am Oberrohr anschlagen, deutlich eingeschränkt. Das erfordert ein noch vorausschauenderes Fahren. Die Knie müssen beim Treten (in die Pedale) nach außen wandern. Auch das schränkt ein wenig ein. Der Abstand zum Sattel ist recht gering, weshalb ich nach hinten über den Sattel auf- und absteige. Das klappt am besten mit niedrigem Sattel, wobei diese Position das Treten ergonomisch noch schwieriger macht. Eine von Lenker verstelbare, hydraulische Sattelstütze ist hier (wie so oft) Gold wert. Runterfahren zum Auf- und Absteigen, rauf zum Pedalieren, das vereinfacht das Handling mit Frontkindersitz am Mountainbike deutlich.

(Vorläufiges) Fazit

Der Thule Yepp Nexxt Mini macht Spaß, braucht wenig Platz und schaut wahnsinnig stylisch aus. Dass es dem Zwerg zwischen den Armen von Mama oder Papa viel besser gefällt als hinter dem Rucksack oder im Anhänger verwundert nicht. Vorausgesetzt man schafft die Montage, kann man über die oben genannten Mängel zumindest im Alltagsgebrauch hinwegsehen. Nur beim Gurt sollte man gleich selbst nachbessern.

Ob sich der Sitz zu sportlicheren und längeren Touren eignet, wird noch getestet.
Bis dahin: RIDE ON!

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