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Marrakesch mit Kindern: Mini-Guide mit Sehenswürdigkeiten, Ausflügen und Insider-Tipps

von Kristina

Seit Herbst 2025 gibt es wieder Direktflüge von Salzburg nach Marrakesch – und wir haben das sofort ausgenutzt: Unsere jährliche Winterflucht ging diesmal kurzerhand nach Marokko. Von Salzburg aus fliegt man seit Oktober 2025 mehrmals pro Woche direkt nach Marrakesch (RAK) und landet in wenigen Stunden mitten im orientalischen Herz des Landes. In diesem Mini-Guide teilen wir unsere Erfahrungen zu Marrakesch mit Kindern – mit Highlights, Pausenplan und Ausflugstipps.

Marokko können wir auch mit Kindern wirklich empfehlen – wenn ihr Lust habt, euch auf eine völlig andere Kultur einzulassen. Denn eines sollte klar sein: Ihr verlasst Europa. Und damit auch ein Stück weit eure Komfortzone.

Kulturschock Marrakesch: Warum der erste Eindruck so „krass“ ist

Marrakesch ist eine der intensivsten Städte, in denen ich bisher war. Auch wenn die Stadt oft wie ein Märchen aus 1001 Nacht verkauft wird – der erste Eindruck ist bei vielen (uns eingeschlossen) erstmal etwas ganz anderes: laut, chaotisch, wild, voll, teilweise schmutzig und einfach… überwältigend.

Das heißt nicht, dass Marrakesch nicht sehenswert ist – im Gegenteil. Aber es hilft enorm, wenn man die Stadt nicht zu sehr idealisiert. Dann kann man sie als das erleben, was sie ist: ein Ort voller Kontraste, voller Schönheit und gleichzeitig voller Reizüberflutung.

Unser wichtigster Tipp mit Kindern: Plant bewusst Ruhepausen und Kontrastprogramme ein. Wenn ihr nicht versucht, „alles“ zu schaffen, sondern euch Zeit für Rückzugsorte gebt, wird Marrakesch plötzlich viel genießbarer. Sieh dazu auch weiter unten unsere Ausflugsziele außerhalb von Marrakesch.

Die richtige Unterkunft: Medina oder lieber draußen wohnen?

In Marrakesch gibt es auf Booking und Airbnb unfassbar viele Unterkünfte – vom günstigen Riad bis zum stylischen Apartment.

Wenn ihr wisst, dass ihr (oder eure Kinder) schnell überfordert seid, würden wir ganz klar empfehlen: lieber außerhalb der Medina wohnen. So könnt ihr eure Besuche in der Altstadt und den Souks bewusst planen – und euch danach aus dem Gewusel wieder zurückziehen.

Kurz gesagt: In der Medina wohnen heißt mittendrin im engen, lauten und dauerhaften Trubel.

Autofahren & Parken in Marrakesch

Mit dem Mietwagen im zentrum Marrakeschs unterwegs zu sein macht in den meisten Fällen wirklich keinen Spaß – zu trubelig, zu viele Mopeds, Eselkarren, Taxis, Busse und Fußgänger teilen sich oft chaotisch denselben Raum. Markierungen sind eher Empfehlungen als Regeln, und Ampeln werden nicht immer als verbindlich betrachtet. Gerade in Marrakesch ist der Verkehr stellenweise wirklich der blanke Wahnsinn – Geduld und defensive Fahrweise sind hier Gold wert.

Unser Tipp für Familien: Wenn ihr einen Mietwagen habt, holt ihn am besten erst am Tag der Weiterreise ab (oder parkt ihn direkt außerhalb) und bewegt euch in Marrakesch zu Fuß und mit Taxis.

Wenn ihr euch generell auf Marokko mit Kindern vorbereiten wollt (Stichwort: Kulturschock, Umgang mit Menschen, Geld/Handeln, Kleidung, Sicherheit, Essen & Bauchgefühl), dann schaut unbedingt auch in meinen Beitrag Marokko mit Kindern: 10 Dinge, die du vor eurer Familienreise wissen musst rein – der hilft wirklich, viele Aha-Momente vor Ort besser einzuordnen.

Parken in Marrakesch am Koutoubia-Parkplatz (bewacht & super gelegen)

Ein praktischer Ausgangspunkt ist der bewachte Parkplatz Parking (Et Lavage) La Koutoubia nahe der Koutoubia-Moschee sehr nahe an Koutoubia-Moschee und Jemaa el-Fnaa. Von dort seid ihr schnell in der Medina, ohne euch durch die engsten Gassen und das größte Chaos kämpfen zu müssen.

Sehenswertes mit Kindern in der Medina von Marrakesch

Koutoubia Moschee (von außen)

Das Wahrzeichen Marrakeschs – auch wenn man als Nicht-Muslim die Moschee selbst nicht betreten kann, lohnt sich der Blick von außen. Rundherum ist ein kleiner Park, und mit Kindern ist das ein guter Ort für eine kurze Pause (und ja: Granatapfelsaft gibt’s hier auch… eher zu Touristenpreisen 😉). Einmal um die Moschee herumgehen lohnt sich – jede Seite des Turms hat eine eigene individuelle Fassadengestaltung. Zusammen mit dem kleinen Park drumherum ist das ein richtig schönes Fotomotiv.

Die Souks von Marrakesch mit Kindern entdecken

Die Souks sind faszinierend – Farben, Gerüche, Handwerk, Gewusel. Gleichzeitig kann es mit Kindern auch schnell „zu viel“ werden. In Marrakesch kommt dazu, dass in vielen Gassen Mopeds durchfahren dürfen – als Kleinkind-Eltern macht einen das schon mal nervös.

Unser Tipp: Wenn eure Kids noch nicht sicher (und konsequent) selbst laufen, packt unbedingt eine Trage statt Kinderwagen ein. Die Wege sind oft eng und uneben – mit Buggy wird’s schnell anstrengend, mit Trage seid ihr deutlich entspannter unterwegs.

Jemaa el-Fnaa: UNESCO Weltkulturerbe mit schwierigen Szenen

Der Jemaa el-Fnaa ist weltberühmt und als „Cultural Space“ auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes geführt. Und ja: Energie hat dieser Platz ohne Ende. Tagsüber ist er ein riesiger Knotenpunkt – perfekt, um sich einmal mitten ins Marrakesch-Gefühl zu werfen. Ab dem späten Nachmittag (ca. ab 16 Uhr) verwandelt sich der Platz dann Schritt für Schritt in ein großes Open-Air-Restaurant: Es werden Essensstände aufgebaut, es duftet nach Gegrilltem, überall klappert Geschirr, und wer mag, kann sich hier unkompliziert durchprobieren.

Aber: Für uns war der Platz trotzdem der schwierigste Ort in Marrakesch. Zwischen Saftständen und Buden begegnet man leider auch Angeboten, bei denen Tiere als Touristenattraktion herhalten müssen. Das zu sehen hat uns wirklich belastet – und wir möchten es deshalb klar ansprechen.

Ben-Youssef-Madrasa (Koranschule)

Die Ben-Youssef-Madrasa gehört für uns zu den schönsten Orten in der Medina – genau weil sie so ein kompletter Gegenpol zum Straßenchaos draußen ist. Drinnen findet ihr kühle Innenhöfe, filigrane Ornamente, Holzschnitzereien und diese typischen Kachelmuster die auch mit Kindern schön anzuschauen sind. Kommt möglichst morgens oder eher am späteren Nachmittag, dann ist es meist entspannter, denn hier kann ordentlich viel los sein. Aktuelle Öffnungszeiten & Eintrittspreise findest du hier.

Der Bahia Palast & Badi Palace

Zwei Klassiker, die bei fast jedem Marrakesch-Guide ganz oben stehen, sind der Bahia Palast und der Badi Palace. Wir wollten zumindest den Badi Palast unbedingt anschauen – waren aber einfach zu spät dran, weil er schon am Nachmittag um 16 Uhr schließt. Wenn ihr die beiden am Programm habt: Plant sie am besten für den Vormittag ein – das ist ohnehin die Tageszeit, wo die Medina am wenigsten anstrengend ist.

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Orte außerhalb der Medina, die einen Besuch absolut lohnen

Marrakesch mit Kindern fühlt sich leichter an, wenn ihr Kontrastorte einbaut. Sobald man die Stadtgrenzen hinter sich lässt, verändert sich die Welt und man taucht ein in eine Weite mit Palmenhainen, Atlas-Panorama und oft deutlich weniger Reizüberflutung.

Kids-Area im Marjane Einkaufszentrum (Lebensretter bei Regen)

Gerade wenn’s (ja, auch in Marrakesch im Winter) mal regnet oder einfach alle kurz einen Reset brauchen, war für uns die Kids Zone im Marjane Ménara eine richtig praktische Rettungsinsel: klimatisiert, viel Platz zum Toben – und du kannst daneben wirklich mal in Ruhe einen Kaffee trinken, statt in der Medina weiter „durchzutakten“. Die Kids Zone liegt beim Marjane Ménara, Route de Casablanca (Marrakesch). Am besten kurz hier Adresse und Öffnungszeiten checken.

ANIMA Garden (André Heller): unsere Lieblings-Alternative zu den klassischen Gärten

Der ANIMA Garden (gestaltet von André Heller) ist für uns ein perfekter Familienausflug: Kunst, Natur, verschlungene Wege – und selbst beim zweiten oder dritten Rundgang entdeckt man noch Neues. Viele empfinden ihn als spannenderen Kontrast als die „klassischen“ Garten-Spots in der Stadt.

Praktisch: Es gibt (je nach Anbieter/Saison) sogar kostenlise Shuttle-/Transfer-Optionen ab Marrakesch, u. a. mit Abholung nahe Koutoubia. Der Eintritt kostete 140 MAD für Erwachsene, Kinder unter 14 Jarhen sind gratis. Aktuelle Infos findest du hier.

Agafay-Wüste & Lalla Takerkoust

Wenn ihr ein Auto habt, kann sich ein Tagesausflug Richtung Agafay / Lalla Takerkoust lohnen – schon allein wegen des Kontrasts: rötlich-braune Landschaft, Weite, dahinter (im Winter) die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. vieles wirkt sehr auf Tourismus inszeniert, und wir haben stellenweise leider auch viel Müll am Straßenrand/in der Landschaft gesehen. Der Stausee daneben ist als kurzer Stopp ok, aber auch hier gilt: nicht zu viel erwarten auch wenn er als Naherholungsgebiet der Marrakesen gilt.

Jarjeer Mule & Donkey Refuge

Wenn ihr Tiere erleben wollt, würden wir das bewusst außerhalb der touristischen Tier-Angebote machen – und stattdessen ein Projekt unterstützen, das wirklich hilft: das Jarjeer Mule & Donkey Refuge südlich von Marrakesch. Besuche müssen in der Regel vorab organisiert werden, und das Refuge arbeitet spendenbasiert.

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Das Morocco-Mall-Aquarium

Das ist ein riesiges Einkaufszentrums-Projekt, welches eigentlich schon 2025 fertiggestellt, derweil aber erst in Bau befindlich ist. Wie auch schon in Casablanca umgesetzt entsteht hier ein öffentlich zugägngliches Riesen-Aquarium in Mitten des Einkaufszentrums. Sobald das Aquarium wirklich aufmacht, ist das vermutlich eine der besten „Fluchtmöglichkeiten“ aus dem Trubel: klimatisiert, kurzweilig, und genau richtig für Regen oder einen Mittagstief-Moment.

Wir haben Marrakesch nicht als isolierte Städtereise gemacht, sondern als Kick-off genutzt und sind danach weiter durchs Land gefahren. Lies hier Details zu unserer kompletten Marokko-Rundreise 2025/26 mit Kindern inkl. Route, Stops & Highlights.

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