Marokko ist ein Land Marokko ist ein Land der Kontraste: lebendige Souks treffen auf stille Wüsten, schneebedeckte Berggipfel auf das Rauschen des Atlantiks und die majestätischen Gipfel des Atlasgebirges. Wir waren als Familie in Marrakesch, am Atlantik und im Hohen Atlas unterwegs und haben erlebt, wie freundlich, hilfsbereit und neugierig Marokko mit Kids ist.
Doch bevor ihr euch in die Medina von Marrakesch stürzt oder den ersten Minztee genießt, lohnt es sich, ein paar Dinge zu wissen. In diesem Guide haben wir ehrlichen Erfahrungen und praktischen Tipps für eure Marokko-Reise mit Kindern zusammengestellt – praktisch und mit Blick auf das, was wir selbst gerne vorher gewusst hätten.
Für noch mehr Inspiration findet ihr hier unsere ausführliche Reiseroute für Marokko mit Kindern – inklusive Highlights, Fahrzeiten und Tipps für Unterkünfte.
Folge uns auf
1. Visum & Einreise: Was ihr wissen müsst
Für EU-Staatsbürger ist Marokko für Aufenthalte bis zu 90 Tagen visumfrei – das klingt unkompliziert, und ist es im Prinzip auch. Alles, was ihr braucht, ist ein Reisepass, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Bei der Ankunft am Flughafen bekommt ihr euren Einreisestempel kostenlos und ohne großen Papierkram – ihr müsst lediglich den Pass vorzeigen und die erste Unterkunft nennen.
Trotzdem: Rechnet mit Zeit. Die Einreise ist formal einfach, aber praktisch durchläuft ihr mindestens drei Kontrollen. Wer an die Bequemlichkeit des Schengen-Raums gewöhnt ist, hat Grenzformalitäten oft nicht mehr auf dem Radar – und mit Kindern kann das Warten an den Schaltern schon mal zur Geduldsprobe werden.
2. Währung, Geld & Bezahlen: Zwischen Kreditkarte und „Dirham only“
In Marokko bezahlt ihr mit dem Marokkanischen Dirham (MAD). Für die schnelle Umrechnung unterwegs hilft eine einfache Faustregel: 10 Dirham entsprechen ungefähr 1 Euro. Der aktuelle Kurs (Stand Januar 2026) liegt bei etwa 1 € = 10,7 MAD – perfekt, um Preise im Kopf grob umzurechnen, wenn ihr am Marktstand steht oder im Souk feilscht.
Kartenzahlung ist in vielen Hotels, Restaurants und größeren Geschäften problemlos möglich, vor allem bei höheren Beträgen. Aber: Bargeld bleibt König. In den Souks, bei kleinen Imbissständen, in Taxis und für Trinkgeld kommt ihr mit Scheinen und Münzen deutlich weiter. Wir hatten immer einen Mix aus beidem dabei – Karte für größere Ausgaben, Bargeld für den Alltag.
Unser Tipp: Hebt direkt nach der Ankunft am Flughafen oder in der Stadt etwas Bargeld ab. Geldautomaten sind meist gut verfügbar, aber achtet darauf, dass eure Karte für internationale Abhebungen freigeschaltet ist (bei Reisen außerhalb der EU müsst ihr eurem Bankberater kurz Bescheid geben damit er eure Karte freischaltet).
3. Sprachvielfalt in Marokko: Welche Sprache wird wo gesprochen?
Amtssprachen sind Arabisch und Französisch, doch im Alltag begegnet euch vor allem Darija, das marokkanische Arabisch. Dazu kommt die Sprache der Amazigh (Berber), die in vielen Regionen präsent ist – besonders im Atlasgebirge und in ländlichen Gebieten. Sie ist nicht nur Alltagssprache, sondern ein wichtiger Teil der marokkanischen Identität und Kultur. Straßenschilder sind oft dreisprachig (Arabisch, Französisch, Tamazight), und auch viele Ortsnamen stammen aus dieser Sprache.
Im Großen und Ganzen kommt ihr mit Englisch in touristischen Gebieten meist weiter, aber verlasst euch nicht darauf: Gerade in Souks oder bei Taxifahrern kann es vorkommen, dass niemand Englisch spricht. Hier hilft Google Translate – oder noch besser: ein paar Basics in Arabisch und Französisch. Sie öffnen Türen und Herzen und machen Begegnungen persönlicher.
Mini‑Wortschatz im Französischen
Hallo/Guten Tag – Bonjour
Bitte – S’il vous plaît
Danke – Merci
Entschuldigung – Pardon
Mini‑Wortschatz im Arabischen (Darija)
Hallo – Salām
Danke – Shukran
Ja/Nein – Na‘am / Lā
Bitte – Min fadlik



4. Familienfreundlichkeit: Warum wir uns in Marokko willkommen gefühlt haben
Marokko gehört für uns zu den kinderfreundlichsten Ländern, die wir bisher bereist haben. Schon beim ersten Spaziergang durch die Medina haben wir gemerkt: Kinder sind hier überall willkommen. Die Kleinen werden oft angelächelt, freundlich angesprochen und manchmal sogar mit einem High-Five oder einem kleinen Witz überrascht.
Selbst wenn die Kids laut sind oder herumtoben – die Toleranz ist riesig. Niemand verdreht die Augen, niemand schimpft. Stattdessen gibt es ein Lächeln, ein „Salam“ und manchmal sogar ein kurzes Gespräch. Diese entspannte Haltung unterstreicht auch die generelle Höflichkeit und Hilfsbereitschaft der Marokkaner, die wir auf unserer Reise erleben durften.
Folge uns auf
5. Mietwagen, Verkehr & Autofahren in Marokko
Wenn ihr Marokko wirklich flexibel erkunden möchtet, können wir euch einen Mietwagen absolut empfehlen. Er gibt euch die Freiheit, auch abseits der touristischen Pfade unterwegs zu sein – sei es ein spontaner Abstecher ins Atlasgebirge oder ein Zwischenstopp an einem einsamen Strand. Mit dem Auto seid ihr unabhängig von Fahrplänen und könnt eure Route ganz nach Lust und Laune gestalten. Wir haben unser Auto bei Budget Mietwagen gebucht und waren damit zufrieden. Wir hatten kein Allrad, aber wir empfehlen euch auf genug Bodenfreiheit zu achten.
Allerdings: Rechnet in den Städten, vor allem in Marrakesch, mit einer Verkehrsführung, die man durchaus als „kreativ“ bezeichnen kann. Mopeds, Eselkarren, Taxis, Busse und Fußgänger teilen sich oft chaotisch denselben Raum. Markierungen sind eher Empfehlungen als Regeln, und Ampeln werden nicht immer als verbindlich betrachtet. Gerade in Marrakesch ist der Verkehr stellenweise wirklich der blanke Wahnsinn – Geduld und defensive Fahrweise sind hier Gold wert.
Unser Tipp für Familien: Bringt eure Kindersitze am besten selbst mit. Die meisten Airlines transportieren sie kostenlos, während Mietwagenanbieter sie oft zu hohen Preisen (rund 30 € pro Tag) vermieten.



6. Handynetz, Roaming und E-Sim
In Marokko kann Roaming richtig teuer werden – teilweise bis zu 10 € pro Megabyte. Wer unterwegs auf Navigation, Messenger oder Notfallkontakte angewiesen ist, sollte sich frühzeitig um eine Alternative kümmern. Unsere Empfehlung: eine eSIM (z. B. haben wir die von Holafly genutzt) oder eine lokale Prepaid-SIM.
Eine eSIM ist schnell eingerichtet, funktioniert zuverlässig und erspart euch böse Überraschungen bei der Abrechnung. Wir haben sie direkt vor der Reise installiert und waren dank stabiler Datenverbindung überall online – selbst in den Souks oder auf dem Weg ins Atlasgebirge.
Unser Tipp: Ladet euch zusätzlich Offline-Karten (Google Maps oder Maps.me) herunter. Gerade in ländlichen Regionen oder auf Bergstrecken kann das Netz schwächeln, und dann ist eine gespeicherte Route Gold wert.
7. Kleidung & Packliste: Zwiebellook gewinnt
Marokko ist ein Land der Extreme – und das gilt auch fürs Wetter. Die Temperaturen können je nach Region und Jahreszeit stark schwanken: von 40 °C im Sommer bis knapp unter Null im Winter. Wenn ihr – wie wir – in den Wintermonaten (Dezember bis Februar) reist, erwartet euch tagsüber meist frühlingshafte 15–20 °C, während es morgens und abends deutlich abkühlt.
Viele Riads sind auf Sommerkühle ausgelegt: geflieste Böden, kaum Heizung, oft nur eine Klimaanlage, die im besten Fall auch Wärme liefert. Achtet bei der Unterkunft darauf, dass die Klimaanlage Heizfunktion hat – das macht den Unterschied zwischen gemütlich und frostig.
Zwiebellook ist euer bester Freund: Schichtet Kleidung, damit ihr flexibel bleibt. Warme Socken und Hausschuhe sind Gold wert für kalte Böden. Wer in die Berge des Hohen Atlas fährt, sollte sich auf Schnee einstellen. An der Küste – etwa in Agadir – ist es im Winter am mildesten: rund 20 °C im Januar, oft so angenehm, dass sogar ein Bad im Atlantik drin ist.
Folge uns auf
Packliste für Familien:
- Zwiebellook: T‑Shirts, Midlayer, Fleecjacke/Wollpulli
- Warme Socken & Hausschuhe für kalte Böden
- Mütze und Schal für kühle Morgen und Abende
- Sonnencreme, Kappe & Sonnenbrille für tagsüber
- Badehosen/Bikini für die Küste
- Leichte Regenjacke für unvorhergesehene Schauer
- bequeme Sneaker für die Stadt & Sandalen für den Strand



8. Wasser, Essen & Reiseapotheke:
Gerade mit Kindern lohnt es sich, ein paar einfache Regeln zu beachten, damit die Reise nicht vom Bauchgefühl bestimmt wird – im wahrsten Sinne des Wortes.
Leitungswasser solltet ihr meiden, auch wenn es grundsätzlich chloriert und zum Zähneputzen problemlos verwendbar ist (haben wir selbst so gehandhabt). Zum Trinken greift lieber zu abgefülltem Wasser – das ist überall erhältlich und kostet nur wenige Dirham. Bei Salaten und ungewaschenem Obst ist Vorsicht angesagt, besonders wenn ihr wisst, dass ihr empfindlich reagiert.
Streetfood gehört in Marokko einfach dazu: Shawarma, frische Säfte oder die berühmte marokkanische „Pizza“ sind oft köstlich und günstig. Unser Tipp: Wählt gut besuchte Stände, wo viel Umsatz herrscht – das ist meist ein gutes Zeichen für Frische. Vegetarisch klappt in den Städten problemlos, vegan wird außerhalb der touristischen Hotspots etwas schwieriger. Eine Gemüse-Tajine bekommt ihr fast überall, aber große Vielfalt gibt es vor allem in Marrakesch oder Agadir.
Und für alle Kaffee-Fans: Verpasst nicht die Coffee-Cars! Manche sind sogar auf Google Maps eingezeichnet. Hier gibt’s den besten Kaffee zu den günstigsten Preisen – und die Baristas sind fast immer für ein nettes Gespräch zu haben.
Medikamenten-Minikit für Familien:
- Mini-Erste-Hilfe Set (wir haben dieses hier*)
- Desinfektionsspray, Bepanthen und Betaisodona
- Schmerzmittel & Fiebersaft (Ibuprofen)
- Kohletabletten & Elektrolyte für den Darmnotfall



9. Tourist-Traps und Tierquälereien
Plätze wie der Djemaa el Fna in Marrakesch sind faszinierend – ein Ort voller Leben, Geschichten und Geräusche. Hier treffen sich Musiker, Erzähler und Handwerker, und die Atmosphäre ist einzigartig. Doch so magisch dieser Platz wirkt, er hat auch eine dunkle Seite, die man nicht ignorieren sollte: Tierleid.
Immer wieder begegnen uns dort Berberaffen (Barbary macaques), die als Foto-Attraktion an Ketten gehalten werden, oder Schlangen, die für Shows missbraucht werden. Auch Greifvögel tauchen auf – alles für den schnellen Schnappschuss. Was viele nicht wissen: Die Berberaffen sind gefährdet, viele Tiere werden als Jungtiere illegal aus der Wildnis entnommen, in engen Kisten transportiert und unter fragwürdigen Bedingungen gehalten. Bei Schlangen und Vögeln berichten Tierschutzorganisationen von Stress, Medikamentenmissbrauch und aufdringlicher Akquise gegenüber Tourist:innen.
Unser Appell: Wählt bewusst, was ihr unterstützt.
- Keine Fotos mit Tieren, keine „kleinen Beträge“ aus Mitleid – das hält das Geschäft am Laufen.
- Unterstützt stattdessen die Künstler:innen, die den Platz mit Musik und Geschichten beleben. Sie bewahren die Kultur ohne Tierleid.
- Wenn euch jemand anspricht: Bleibt höflich, aber bestimmt. Ein klares „La, shukran“ (Nein, danke) und zügiges Weitergehen ist die beste Strategie.
- Sprecht vorab mit den Kindern darüber, warum ihr solche Angebote meidet. Das macht die Situation vor Ort einfacher und vermittelt wichtige Werte.



10. Feilschen in den Souks: Spielerisch verhandeln – fair bezahlen, cool bleiben
In den Souks sind Preise selten fix – und das ist Teil der Kultur. Handeln gehört dazu und wird erwartet. Es ist weniger ein harter Wettkampf als ein freundliches Gespräch, das am Ende zu einem Preis führt, mit dem beide Seiten zufrieden sind. Wenn ihr mit Respekt, Humor und ein paar Phrasen hineingeht, macht Feilschen sogar richtig Spaß.
So klappt’s praktisch:
- Erst den Preis erfragen, dann kontern: Lasst den Händler den Startpreis nennen und bietet anschließend etwa 40 % davon. Am Ende landet ihr oft bei rund 60 % des ersten Angebots – je nach Qualität und eurem Verhandlungsgeschick.
- Bündeln spart: Mehrere Teile beim selben Stand? Fragt nach einem „prix pour tout“ (Preis für alles) – oft gibt’s dann einen Familienrabatt.
- Walk-Away-Taktik: Wenn ihr euch nicht einigt, freundlich bedanken („Shukran“) und weitergehen – häufig ruft man euch mit einem besseren Preis zurück.
Feilschen heißt nicht „ausquetschen“: Bei handgemachten Stücken bezahlt ihr gern einen fairen Preis. Ihr unterstützt damit lokales Handwerk und nehmt echte Geschichten mit nach Hause.
Wichtig zu wissen:
- Achtung vor vermeintlich „gratis“ Angeboten wie Henna oder Camelrides – sie sind selten kostenlos. Am besten freundlich, aber bestimmt ablehnen: „La, shukran“ (Nein, danke).
- In Boutiquen, Supermärkten, Restaurants sowie in Kooperativen wird nicht gehandelt – hier gelten feste Preise.



Reiseführer-Tipps: Unsere Reisebegleiter in Marokko
- Folgende Reiseführer haben uns bei der Planung geholfen und auf unserer Reise begleitet: DUMONT Reiseführer Marokko*
- DUMONT Bildatlas Marokko*
- World for Kids – Marokko*



Links, die mit einem * gekennzeichnet sind, sind sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn du über einen dieser Links ein Produkt kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis selbstverständlich gleich – es entstehen keine zusätzlichen Kosten.
