Wüste, Berge, Meer – kaum ein Land vereint so viel Abwechslung auf so kurzer Distanz wie Marokko. Orientalisches Flair, milde Temperaturen und nur etwa vier Flugstunden entfernt: Für Familien mit Lust auf Outdoor, Kultur & ein bisschen Fernweh ist Marokko ein Volltreffer.
Weil das Land riesig ist, haben wir eine Route gewählt, die verschiedene Gesichter Marokkos zeigt, die Distanzen überschaubar hält und genügend Zeit für Entdecken und Durchatmen lässt – statt nur im Auto zu sitzen. Getestet haben wir das in den Weihnachtsferien: Start in Marrakesch, eine Nacht Steinwüste Agafay, weiter über den Atlas und schließlich an die Atlantikküste.
Unser Fazit: eine runde Mischung aus Abenteuer, Kultur und Beach‑Time, ohne stressige Etappen. Hier kommt unsere Reiseroute mit allen Stopps, persönlichen Erfahrungen und praktischen Tipps.
Reisezeit: Marokko im Winter
Während man überall lesen kann, dass die optimale Reisezeit für Marokko zwischen April und Oktober liegt. Wir sagen: Der Winter hat Charme. In den Weihnachtsferien hatten wir tagsüber meist 20–25 °C, an der Küste eine angenehme Brise, in der Sonne oft T‑Shirt‑Wetter. Abends kühlt es deutlich ab – vor allem in Wüste und Atlas. Warme Jacke und Mütze gehören daher ins Gepäck. Mehr zu Rahmenbedingungen, Reisezeit, Straßenbedingungen und andere wichtige Dinge kannst du hier nachlesen: Marokko mit Kindern: 10 Dinge du vor eurer Familienreise wissen musst.
Der große Vorteil einer Reise nach Marokko im Winter: Die beliebtesten Orte sind deutlich ruhiger, die Temperaturen perfekt zum Entdecken, und selbst längere Spaziergänge oder Stadtbesuche sind mit Kindern angenehm machbar. Die Weihnachtsferien sind daher ideal, um Sonne zu tanken, Abenteuer zu erleben und das Jahr mit einer Portion Wüstenzauber zu beenden.
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Mietwagen in Marokko
Für diese Route ist ein Mietwagen ideal: maximale Flexibilität, kurze Stopps, spontane Schlenker zu Aussichtspunkten oder Strandbuchten – und ihr könnt jederzeit anhalten, wenn die Kinder eine Pause brauchen. Die Hauptstrecken sind überwiegend gut ausgebaut und sicher; abseits großer Achsen wird’s gelegentlich langsamer (Dorfverkehr, Tiere auf der Straße, Schlaglöcher), aber genau das macht den Roadtrip oft erst charmant.
In Marrakesch selbst ist der Verkehr trubelig. Unser Tipp: Holt den Wagen erst am Tag der Weiterreise ab, wenn ihr zentral übernachtet. So spart ihr euch das Gewusel in der Altstadt und könnt den Stadtaufenthalt zu Fuß, per Taxi oder mit einem Transfer genießen.
Kindersitze bringt ihr am besten selbst mit – viele Airlines transportieren sie kostenlos, während Vermieter vor Ort oft hohe Tagespreise verlangen. Bei der Fahrzeugwahl lohnt ein Blick auf genug Bodenfreiheit.


Tipp: Längere Autofahrten gehören bei einem Roadtrip manchmal dazu – damit die Stimmung auch im Urlaub gut bleibt, lohnt es sich, regelmäßig kleine Pausen einzuplanen und ein paar Beschäftigungen für unterwegs parat zu haben. Wie du Kinder auf Fahrten am besten beschäftigst und Pausen clever planst, erfährst du hier: On the road: Tipps und Spielideen für lange Autofahrten mit Kindern.
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Reiseführer-Tipps
- Folgende Reiseführer haben uns bei der Planung geholfen und auf unserer Reise begleitet: DUMONT Reiseführer Marokko*
- DUMONT Bildatlas Marokko*
- World for Kids – Marokko*.



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Unsere Route durch Marokko: Alle Stopps und Highlights
Unsere Reiseroute im Überblick:
Gesamtstrecke: ca. 1.200 km
Dauer: 11 Tage

1. Stopp Marrakesch: Ankommen in Marokko mit Kindern
Marrakesch war unser Startpunkt – ganz einfach, weil es Direktflüge aus Salzburg nach Marrakesch gibt und sich von der Lage her perfekt für einen Roadtrip durch Marokko eignet. Kurz zusammengefasst: Der Start in Marrakesch ist krass. Es ist ein Ort an dem euch der Kulturschock schneller einholen wird, als euch lieb ist. Es ist laut, wuselig, bunt und chaotisch. Es ist wie ein Kopfsprung in eine – für uns Mitteleuropäer – völlig andere Welt. Kaum woanders liegen Faszination und Reizüberflutung so nah beieinander. Gleichzeitig findet man aber ausreichend Ruheoasen und Ausflugsziele außerhalb der hektischen Innenstadt. Hier ins Detail zu gehen würde den Rahmen sprengen. Ein ausführlicher Marrakesch-mit-Kindern-Guide kinderfreundlichen Spots und Tagesausflügen folgt in Kürze.
Unser Tipp: Buche eine Unterkunft außerhalb des Zentrums, in den Souks zu wohnen ist nicht gerade entspannend.
Empfohlener Aufenthalt: 2-3 Nächte



2. Stopp Agafay-Wüste: Von der lebendigen Stadt in die Stille der Wüste
Von Marrakesch ging es für uns weiter in die Agafay-Wüste, die du in knapp einer Stunde von Marrakesch erreichst. Sie ist keine klassische Sandwüste wie die Sahara, sondern eine Steinwüste. Eigentlich hatten wir hier eine Übernachtung in einem Wüstencamp geplant, allerdings wird es im Winter hier nachts empfindlich kalt und es gibt kaum preiswerte beheizte Zelte, weshalb wir uns gegen diesen ersten Plan entschieden. Sattdessen haben wir und ein nettes lokales Riad gesucht und tagsüber die Gegend auf eigene Faust erkundet, einen Abstecher zum Stausee Lalla Takerkoust unternommen und die Kinder bei lokalen Kamelbauern eine Runde Kamelreiten lassen.
Empfohlener Aufenthalt: 1 Nacht oder einfach streichen (siehe Tipps am Ende dieses Artikels)



3. Stopp Aït Ben Haddou: imposante Lehmstadt und ein bisschen Hollywood
Am nächsten Tag ging es für uns über den Tizi n’Tichka-Pass (2.260 m) auf der absolut spektakulären Gebirgsstraße nach Ait Ben Haddou. Es ist wie das Eintauchen in eine komplett andere Welt, wenn man Marrakesch und seine Umgebung hinter sich lässt. Hinter jeder Kurve öffnet sich ein neues Panorama und unzählige Fotostopps sind hier garantiert. Die Fahrt lohnt sich schon alleine wegen des Weges dorthin.



Aït Ben Haddou, das Ziel dieser aufregenden Fahrt ins Hinterland von Marrakesch, ist die wohl bekannteste Lehmstadt (= Kasbah) Marokkos. Sie liegt malerisch auf einem Hügel in einer Oase über einem Flussbett und ist ein wirklich beeindruckendes UNESCO-Weltkulturerbe. Wegen seiner Einzigartigkeit wurden hier auch unzählige Hollywood-Filme & Serien wie Gladiator oder Game of Thrones gedreht – kein Wunder also, dass sich der Ort fast wie eine Filmkulisse anfühlt. Hier zu übernachten lohnt sich wirklich, denn vormittags und ab dem späten Nachmittag, wenn alle Tagestouristen aus der Stadt raus sind, wird es hier ganz ruhig und das Licht magisch. Hätten wir nicht schon die folgenden Unterkünfte vorgebucht, wären wir hier gerne länger geblieben. Die Landschaft ist unglaublich reizvoll und nur zugern hätten wir sie näher erkundet.
Empfohlener Aufenthalt: 1-2 Nächte



4. Stopp: Atlantikküste nördlich von Agadir
on den Bergen ging es für uns in einer längeren Etappe mit einem kurzen Zwischenstopp in Taroudannt („little Marrakesch“) an die Atlantikküste. Nach rund fünf Stunden erreicht ihr Agadir – eine moderne, westlich geprägte Stadt mit langem Sandstrand und mildem Klima. Für uns begann hier der entspannte Teil der Reise.
Statt direkt in Agadir zu übernachten, haben wir uns bewusst für einen kleineren Ort nördlich von Agadir entschieden (Surfer-Vibes, überschaubar, weniger Trubel). Mit Kindern war das ideal: Apartment statt Hotel, kurze Wege, flexible Essenszeiten und unfassbar schöne Sonnenuntergänge.
Empfohlener Aufenthalt: 2-3 Nächte



5. Stopp Essaouira: Hafenstadt mit Lieblingsort-Potenzial
Den krönenden Abschluss haben wir in Essaouira verbracht – und ehrlich: Das ist ein Ort, an dem man sofort ankommt. Essaouira hat einen eigenen Vibe: weiß-blaue Häuser, Möwen über dem Hafen, Fischerboote, dazu dieser konstante Wind, der die Luft frisch macht. Die Medina ist autofrei und nicht so eng wie in Marrakesch – mit Kindern ein riesiger Pluspunkt, weil man viel entspannter schlendern kann.
Was wir an Essaouira lieben: Man kann einfach treiben lassen, ohne ständig „To-dos“ abzuarbeiten. Und wenn man doch Lust auf Action hat, ist alles da: Surfkurse, Kitesurfen, Reiten am Strand, Quads (je nach Anbieter/Alter), Boot-/Hafenkram zum Staunen – und natürlich Essen. In Essaouira kann man locker eine Woche bleiben, ohne dass es langweilig wird.
Unser Tipp: Essaouira trägt den Beinamen „Windy City“ nicht umsonst – ein Traum für Kitesurfer. Für alle anderen gilt: Windjacke einpacken.
Empfohlener Aufenthalt: mind. 2 Nächte




8. Zurück zum Flughafen Marrakesch
Wäre unser Flug nicht gecancelt worden, wären wir von Essaouira direkt zum Flughafen Marrakesch gefahren. In Realität hatten wir noch drei zusätzliche Tage in Marrakesch – und retrospektiv muss ich sagen: Am Ende wirkt die Stadt nochmal anders. Man ist weniger „kulturschockig“, kennt den Rhythmus besser und kann Marrakesch mehr genießen. in ausführlicher Marrakesch-Guide (mit Kindern) folgt bald.



Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Im Großen und Ganzen war die Route für uns als Familie richtig stimmig – aber ein paar Dinge würde ich beim nächsten Mal optimieren:
- Auto mit mehr Bodenfreiheit wählen.
Nicht, weil die Straßen grundsätzlich schlecht wären – die Hauptstrecken sind meist völlig okay. Aber wir biegen gerne spontan von der Route ab, fahren zu Aussichtspunkten oder Unterkünften abseits der Hauptstraße. Und genau da warten dann eben doch mal Schlaglöcher, Schotterpisten oder unebene Zufahrten. Mit etwas mehr Bodenfreiheit fährt es sich entspannter. - Marrakesch ans Ende legen.
Der Kulturschock ist real. Wenn man die Stadt nach ein paar entspannten Tagen am Meer oder nach dem Atlas besucht, ist man ruhiger und orientierter – und kann Marrakesch mehr genießen, statt nur zu „überleben“. - Agafay würden wir streichen.
Vieles wirkt künstlich inszeniert und sehr auf Tourismus ausgelegt – mehr „Show“ als echtes Wüstengefühl. Außerdem liegt stellenweise leider recht viel Müll in der Landschaft und am Straßenrand. Für uns hat sich das nicht stimmig angefühlt. - Die gesparte Zeit lieber in Aït Ben Haddou investieren.
Eine Extra-Nacht dort hätten wir sofort genommen: Die Landschaft rundherum ist mindestens so beeindruckend wie die Lehmstadt selbst – und morgens/abends, wenn die Tagestouristen weg sind, wird es besonders schön und ruhig.
