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MTB Kindersitz für den Trail: Kids Ride Shotgun

by Tom

Der Kids Ride Shotgun ist das „new Kid on the Block“, wenn es um Kindersitze für’s Mountainbike geht. Der Shotgun wurde von den beiden Kiwis (Neuseeländern) Dan Necken und Tom Hayward entwickelt damit Dan mit seiner Familie Biken gehen kann. Der Shotgun ist frisch und anders als andere Frontkindersitze, erinnert auf den ersten Blick aber doch ein wenig an die in der DDR beliebten Kindersättel mit Klemmschelle. Aber lasst euch nicht täuschen: Der Sitz ist zu 100% fürs Mountainbiken entwickelt und gebaut und bietet eine Menge Spaß für einen fairen Preis, der auch das Familienbudget nicht kippen lässt. Mo und ich sind den Sitz eine Weile für euch gefahren und sind schwer begeistert. Warum, lest ihr im folgenden Artikel.

Für die ganz Eiligen geht’s hier zum Fazit.

Aber nun mal langsam und alles auf 0.

Auspacken und Montage

Der Kids Ride Shotgun kommt in einer Verpackung daher, die in der Bike-Industrie Nachahmer sucht. Umweltfreundlich, ganz aus bedruckter Pappe und Papier liegen alle Teile auf einen Blick greifbar und sicher an ihrem Platz in der Pappform. Sogar das benötigte Werkzeug wird mitgeliefert (weniger umweltfreundlich, aber sehr praktisch). Außerdem ist ein Set mega-coole Sticker als Goodie dabei.

Das Manual ist im Vergleich zu Mac Ride und gar Thule (Manual?) sehr detailliert und gut bebildert. So wird die Montage des Sitzes eigentlich zum Kinderspiel. Wer der Schritt für Schritt Anleitung brav folgt, sollte keine Probleme haben den Sitz am Mountainbike zu montieren.

Für die Montage muss am Bike, anders als beim Mac Ride oder Thule Yepp Nexxt Mini, keine Veränderung vorgenommen werden. Der Shotgun wird einfach gummi-gedämpft um das vordere Rahmendreieck geklemmt. Das klappt laut Hersteller auch problemlos bei empfindlicheren Carbon-Rahmen, da der Druck auf 5 Punkte verteilt wird. Da mein Bike aus wunderbar unkompliziertem, wunderschönem (aber sackschwerem) Stahl gebaut wurde, konnte ich das aber nicht aus erster Hand testen. Geeignet ist der Sitz für Oberrohre von 30 mm (yeah, steel bikes!) – 68 mm Breite und Unterrohre von 30 – 100 mm Breite.

Die Montage hat (auch mit Mo’s Hilfe 😉 ) nicht länger als 20 min gedauert.
Wenn der Winkel des Sattels mal richtig eingestellt ist, ist das komplizierteste geschafft. Nach weiteren 10 min inklusive Fotodokumentation und ausgiebiger Fragerunde von Mo war auch der separat erhältliche, super-coole Mo-Lenker an Papa’s Lenker montiert.

Der Sitz macht – besonders mit dem extra Lenker – einiges her.

Passt der Kids Ride Shotgun an mein Bike?

Öh, jein. An den allermeisten Bikes sollte der der Sitz ohne Probleme Halt finden, wobei der Hersteller E-Bikes, Gravelbikes und Rennräder sowie „Hollandräder“ (Solche ohne Oberrohr) ausschließt. Wo mich die letzten 3 nur müde mit den Achseln zucken lassen, ist die fehlende Kompatibilität zu E-MTBs erstmal merkwürdig. Der Grund findet sich im wegen des Akkus im oft super-massiven Unterrohr, das meistens wesentlich breiter ausfällt als das Oberrohr. Der Unterschied zwischen Oberrohr und Unterrohr ist hier einfach zu groß – so lässt sich der Sitz natürlich nicht ordentlich in den Rahmen klemmen. Der Hersteller verspricht aber Abhilfe mit einem eigenen Sitz spezifisch für E-MTB noch 2020.

Wie fährt sich der Kids Ride Shotgun?

Aufregend stressfrei. Wenn alles richtig montiert ist, hört man auch bei ruppigerer Fahrweise nichts vom Sitz. Nichts klappert, Nichts knarzt. Top. Die Beinfreiheit (Cowboypose) ist sehr ähnlich der des Mac Ride: Geht schon, würde ich mir aber besser wünschen. Auch am Boost-Rahmen müssen die Knie nach leicht außen wandern, was ergonomisch besonders beim bergauf pedalieren nicht ideal ist – nur irgendwo muss der Nachwuchs ja auch sitzen. Bergab gibt es hingegen rein garnichts zu meckern.

Erste Ausfahrt mit Mo

Mo ist inzwischen mehr als ein Jahr älter als bei der ersten Ausfahrt mit dem Mac Ride und schon einigermaßen sattelfest – auch auf dem Trail. Die Faszination für die eigene Lenkstange ist groß und so braucht es auch keine Überredungskünste auf den neuen Sitz zu steigen. Der Sitz ist etwas besser gepolstert als der Mac Ride und scheint daher – besonders am Hardtail – einen kleinen Komfort-Vorteil zu haben. Auch bei Papa-Knie-Kontakt ist der Sitz etwas fehlerverzeihender, wenn auch nicht ganz so wie erhofft. Der Sattel könnte die Knie des Fahrers etwas sanfter zur Seite leiten – das kann die Kokurrenz aber auch nicht.

Gefahren wird der Kids Ride Shotgun im Alltag zum Kindergarten und auf unserer aktuellen Hausrunde, die saftige Anstiege und sanfte bis moderate Trails verbindet. Der Sitz macht hier eine gute Figur und Mo ist wirklich begeistert ob des Lenkers. Die griffigen Fußrasten mit den Gummi-Schlaufen halten Mo’s Füße relativ sicher an Ort und Stelle, ohne das Auf- und Absattlen umständlich zu machen. Und ich bin begeistert, wie aktiv Mo mitfährt. Sanfte Trails werden so zum unvergesslichen Familienerlebnis.

Fazit

Gefällt

  • Easy montiert
  • tolle Anleitung
  • Nach erster Montage wird zum ab-/anbauen kein Werkzeug benötigt
  • Lenkeinschlag wird nicht eingeschränkt
  • Sattelwinkel einstellbar
  • gute Verarbeitung
  • benötigtes Werkzeug wird mitgeliefert
  • keine Einschränkung von hydraulischen Sattelstützen
  • Keine Probleme mit zu kurzem Gabelschaft
  • vergleichsweise günstig

Könnte besser sein

  • Bike-Wechsel nur mit Werkzeug
  • (noch) nicht für E-MTB geeignet
  • Optik (ist Geschmackssache)
  • (De-)Motage könnte scheller gehen
  • nicht wirklich in Höhe verstellbar
  • Knie müssen ein wenig nach außen wandern

Der Kids Ride Shotgun ist ein toll durchdachter Front-Kindersitz, der euch das Erlebnis Biken wunderbar mit euren Knirpsen teilen lässt und garantiert unvergesslich schöne Erinnerungen zaubert. Der Sitz ist toll verarbeitet und vor allem leise. Das Demontieren und wieder Anbringen läuft easy und ohne Werkzeug, könnte aber etwas schneller gehen. Schuld daran ist die unterste Verbindung mittels Gewindestange. Zum schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Bikes während einer Tour ist der Sitz aber nicht wirklich geeignet, weil hier der Sattel vom Shotgun abgeschraubt werden muss und auch der Winkel neu justiert.

Preislich ist der Kids Ride Shotgun mit 155€ plus 40€ für den Lenker vergleichsweise günstig und jeden Cent wert. Wer – wie wir – ohne E-Antrieb mit Junior unterwegs ist und den Sitz die meiste Zeit auf einem Bike nutzt, sollte sich den Kids ride Shotgun unbedingt näher anschauen. E-Bike-Fahrer müssen leider noch etwas warten.

Kaufen könnt ihr den Sitz direkt vom Hersteller unter https://kidsrideshotgun.de/ oder bei Amazon . Der folgende Link ist ein Affiliatelink, durch welche wir – im Falle eines Kaufes – eine kleine Provision erhalten. Für euch entstehen keine Mehrkosten und uns hilft es, laufende Kosten zur Erhaltung des Blogs abzufedern. Wir danken euch für eure Unterstützung!

Der Sitz wurde uns vom Hersteller kostenlos für das Review zur Verfügung gestellt.

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2 comments

Reise-Mama Wibke 19. September 2020 - 21:42

Wie cool ist das denn?! Wir sind auch viel mit dem Rad unterwegs – allerdings nur zum Kindergarten, dem Einkaufen oder in den Wald.
Neuerdings wollen die beiden Reise-Mädels immer mal wieder auf meinem Sattel sitzen. Dann muss ich schieben und das ganze ist recht anstrengend. So ein Sattel vor Mama oder Papa ist da natürlich perfekt. Bei meinem Holland-Rad wird das wohl nicht funktionieren. Aber wenn Papa und unsere Große mal eine kleine Tour machen wollen, wäre das perfekt. Ich werde mir den Kids Ride Shotgun auf jeden Fall merken.
LG Reise-Mama Wibke

Reply
Thore 30. Juni 2021 - 14:43

Voll cool, um die Frage von Wibke zu beantworten. Meine Kids sind nun leider schon zu groß, aber einige Freunde von uns werden sich das Teil bestimmt zulegen und sind nun bei den Touren eventuell auch wieder mit dabei. Weder ich weiterleiten…

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