Wilde Berge, glasklare Flüsse, urige Wälder, traumhafte Buchten und Campingplätze mitten in der Natur – zumindest in unserer Vorstellung klang die französische Mittelmeer-Insel wie das perfekte Reiseziel für uns. Im Sommer 2026 war es dann endlich so weit.
Nach einigen Tagen in der Toskana setzten wir mit der Fähre von Piombino nach Bastia über und waren anschließend knapp zehn Tage mit unserem Dachzelt und unseren drei Kindern auf Korsika unterwegs. Unsere Rundreise führte uns vom Norden (Cap Corse) an den berühmten Plage de Saleccia, danach ins Landesinnere ins Asco-Tal, über Vizzavona an den Golf von Ajaccio und schließlich durch die Alta Rocca zu den Flüssen rund um Solenzara an der Ostküste. Und rückblickend waren es ausgerechnet nicht die berühmten Strände, die uns am meisten begeistert haben.
Das findest du in diesem Korsika-Guide
- unsere komplette Reiseroute für 10 Tage Korsika mit Kindern
- Reisezeit: Korsika im Hochsommer
- unsere Campingplätze mit Dachzelt
- Ausflugsziele und Zwischenstopps entlang der Route
- unsere persönlichen Highlights und Erfahrungen
- unseren Lieblings-Reiseführer für Familien
Unsere Korsika-Route im Überblick

Piombino → Bastia → Pietracorbara → Plage de Saleccia → Asco-Tal → Vizzavona → Golf von Ajaccio → Alta Rocca → Solenzara → Bastia → Livorno
Wir hatte unsere Reiseroute nicht komplett durchgeplant, sondern uns treiben lassen und würden das jederzeit wieder so machen. waren mit dem eigenen Auto und unserem Qeedo Familien-Dachzelt unterwegs und haben unsere Route bewusst nicht komplett durchgeplant. Auch mitten in der Hauptsaison war es für uns meist unkompliziert, spontan noch einen Stellplatz auf einem Campingplatz zu bekommen. Viele Campingplätze nehmen ohnehin keine klassischen Reservierungen für Stellplätze an. Meist reicht es deshalb, im Laufe des Tages kurz anzurufen oder eine Nachricht zu schicken und nachzufragen, ob für die Nacht noch etwas frei ist.
Korsika Urlaub im Hochsommer: Juli und August
Wir waren Ende Juli und Anfang August 2026 auf Korsika und dieses Jahr war der Sommer ungewöhnlich heiß. Deshalb empfanden wir die Hitze an der korsischen Küste teilweise als wirklich erdrückend. Wenig Wind, kaum Schatten und Nächte, in denen es kaum abkühlte, sind beim Camping einfach anstrengend – genauso wie stundenlang bei großer Hitze am Strand zu liegen. Selbst das Meer brachte teilweise kaum Abkühlung.
Und das war tatsächlich nicht nur unser persönliches Temperaturempfinden: Der Juli 2026 war in Haute-Corse der heißeste Juli seit Beginn der Messungen. Ende Juli begann auf Korsika außerdem bereits die dritte Hitzewelle des Sommers. Passend dazu wurden im Juli 2026 auch im westlichen Mittelmeer außergewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen gemessen.
Dass wir unsere Route nicht vorgeplant hatten, war deshalb wirklich ein Glücksfall. Es zog uns immer wieder ins Landesinnere – in die Berge, die schattigen Wälder und vor allem an die kühleren Flüsse.
Mit der Fähre von Piombino nach Bastia
Vor Korsika waren wir einige Tage in der Toskana unterwegs. Von dort ging es für uns weiter nach Piombino und mit der Fähre nach Bastia. → Hier findet ihr auch unseren Reisebericht zur Toskana.
Die Verbindung Piombino–Bastia ist vor allem im Sommer praktisch und gehört mit rund vier Stunden zu den kürzeren Überfahrten zwischen Italien und Korsika. Unsere Fähre kam allerdings erst spät am Abend auf Korsika an. Mit drei Kindern wollten wir deshalb nicht noch in der Dunkelheit einen Campingplatz ansteuern und das Dachzelt aufbauen und hatten für die erste Nacht über Booking ein Appartement rund um Bastia reserviert.


Theoretisch eine ziemlich gute Idee. Praktisch entpuppte sich die Unterkunft als denkbar schlechter Start auf der Insel. Das Appartement war für das Gebotene ohnehin schon ziemlich teuer und kurz vor unserer Ankunft erfuhren wir, dass Bettwäsche und Handtücher noch einmal 50 Euro extra kosten sollten. Die Schlüsselübergabe am nächsten Morgen wurde dann endgültig ziemlich absurd.
Die ganze Geschichte würde hier den Rahmen sprengen – sagen wir so: Nach einer sehr kurzen, dafür aber umso turbulenteren ersten Nacht wollten wir eigentlich nur noch eines: Raus aus Bastia und in Ruhe auf Korsika ankommen.
Erster Stopp: Pietracorbara am Cap Corse
Für unser erstes richtiges Kennenlernen der Insel fuhren wir nach Pietracorbara am Cap Corse und das war eine ziemlich gute Entscheidung. Dort wanderten wir auf flachen Wegen durch einen schattigen Steineichenwald entlang des Flusses und fanden immer wieder kleine Gumpen, in denen wir uns abkühlen konnten, am Wasser sitzen und langsam im Urlaub ankommen.



Rückblickend war das schon ein ziemlich guter Vorgeschmack auf das, was uns an Korsika am meisten gefallen hat: wilde Natur, schattige Wälder und glasklares Wasser zwischen den Felsen. Von hier fuhren wir zu unserem ersten Campingplatz, den wir ebenfalls vorab gebucht hatten.
Plage de Saleccia: weißer Sand, Offroad-Piste und 65 Yachten
Vom Cap Corse ging es für uns also weiter zum Plage de Saleccia, der zuverlässig auf jeder Liste der schönsten Strände der Insel auftaucht. Rein optisch weiß man sofort, warum: heller, fast weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und eine lange, weitgehend naturbelassene Bucht.
Schon die Anfahrt ist allerdings ein kleines Abenteuer. Zum Strand führt eine lange, steinige Offroad-Piste durch die Agriate, auf der man entsprechend langsam unterwegs ist. Wer hierherkommen will, bringt im Optimalfall Allrad und genug Bodenfreiheit mit. Alternativ kommen viele Besucher mit gemieteten Quads über Touranbieter oder am Wasserweg mit dem Boot.
Was wir uns vorab unter „abgelegenem Naturstrand“ vorgestellt hatten, musste vor Ort erstmal ein bisschen korrigiert werden. Am Strand selbst war einiges los und vor der Küste ankerten zahlreiche Yachten. An Tag 2 habe ich aus Neugier nachgezählt: 65 Yachten. Gleichzeitig.
Dazu kam während unseres Aufenthalts die extreme Hitze. Es gab praktisch keinen Schatten, kaum Wind und schlicht zu heiß. Auch das Meer war ungewöhnlich warm und stellenweise lag sehr viel Seegras im Wasser. Schön war Saleccia trotzdem auf seine Weise, unser Lieblingsort wurde es aber definitv nicht.


Camping-Tipp: U Paradisu bei Saleccia
Übernachtet haben wir auf dem Camping U Paradisu direkt hinter dem Strand. Die Lage ist unschlagbar für alle die den Weg nicht als Tagesausflug auf sich nehmen möchten.
Für uns hatte der Platz allerdings auch einige deutliche Minuspunkte: Der Campingplatz bietet kein WLAN durch die Abgeschiedenheit gibt es allerdings auch keinen Mobilfunkempfang. Für ein paar Tage Digital Detox grundsätzlich kein Drama, bei der weiteren Reiseplanung aber wenig hilfreich. Ein deutlich größeres Minus war für uns ein starker Ammoniakgeruch, der immer wieder von der Lagune herüberzog.


Vom Meer in die Berge: das Asco-Tal mit Kindern
Vom heißen Norden ging es hinein ins Landesinnere Richtung Asco-Tal. Je weiter man dem Tal folgt, desto spektakulärer wird die Landschaft. Hohe Berge, schroffe Felswände, Wald und dazwischen der glasklare Fluss, der sich seinen Weg durch die Schlucht bahnt und immer wieder natürliche Badebecken bildet.
Für uns war das Asco-Tal eines der absoluten Highlights der Reise. Hier konnten wir hier im Schatten zwischen Felsen kraxeln, am kühlen Fluss sitzen, ins klare Wasser springen und immer wieder neue Badegumpen entdecken.
Hier im Asco-Tal ist man gefühlt weg vom großen Tourismus und findet selbst im August ganz leicht einsame Plätze. Generell ist das Tal ein Selbstläufer mit Kindern irgendwo parken, zum Fluss runterkraxeln und ein Stück flusswandern, schwimmen, Staudamm bauen, weitergehen.



Camping-Tipp: Camping Campita
Übernachtet haben wir auf dem Camping Campita bei Francardo. Der Platz liegt nicht direkt oben im Asco-Tal, sondern am Golo. Er ist aber eine gute Basis um die Region zu erkunden und ist die Art Campingplatz die wir gerne mögen. Die Stellplätze liegen großzügig im Schatten, dazu gibt es einen Pool, einen Kinderspielplatz und direkten Zugang zum Golo. Auch das WLAN ist hier ziemlich stabil und reichte bis zu den hinteren Stellplätzen.



Wasserfälle der Engländer bei Vizzavona: fast geschafft
Auf dem Weg Richtung Westküste wollten wir bei den Cascades des Anglais – den Wasserfällen der Engländer – bei Vizzavona Halt machen. Durch den Wald führen Wege hinauf zu kleinen Wasserfällen, Kaskaden und natürlichen Becken. Klang für uns nach einem vielversprechenden Zwischenstopp am Weg Richtung Westküste. Nur hatte das Wetter andere Pläne. Während wir unterwegs waren, zog ziemlich rasch ein Gewitter auf und wir drehten um bevor wir die Wasserfälle erreicht hatten. Die Wasserfälle der Engländer müssen wir euch deshalb leider als Tipp ohne eigenen Wasserfall-Test dalassen.



A Cupulatta: Schildkrötenpark bei Ajaccio
Für den verregneten und plötzlich deutlich kühleren Nachmittag brauchten wir spontan einen Plan B. Den fanden wir bei A Cupulatta in Vero. Normalerweise sind wir bei Tierparks eher zurückhaltend, dieser hier beschäftigt sich allerdings intensiv mit Zucht, Erforschung und dem Schutz von Land- und Wasserschildkröten aus aller Welt. Die Kinder waren schnell begeistert von der Vielfalt der Tiere: winzige Babyschildkröten, riesige Landschildkröten und Arten, von denen wir vorher noch nie gehört hatten boten eine willkommene Abwechslung zwischen Strand, Fluss und Wandern.


Beachtime am Golf von Ajaccio
Von der Schildkrätenarche gings nochmal 30 Minuten weiter ans Meer. Ursprünglich wollten wir an den Golf de Savona, aber wegen der Hitze wurde es nur ein Kurzer Beachstop und dafür wollten wir keine großen Umwege in Kauf nehmen. Unsere Basis wurde deshalb die Plage d’Agosta am Golf von Ajaccio, ein langer goldener Sandstrand mit deutlich mehr Infrastruktur und späktakulären Sonnenuntergängen.


Camping-Tipp: Camping Europe am Golf von Ajaccio
Übernachtet haben wir auf dem Camping Europe bei Porticcio, der deutlich größer ist als die vorigen Stellplätze, der Strand liegt aber nur wenige Gehminuten entfernt und die Stellplätze sind geräumig und schattig. Auch das Wlan war hier recht stabil.
Durch die Alta Rocca nach Cucuruzzu
Von der Küste ging es wieder hinein in die Berge der Alta Rocca. Hier wartet das nächste große Reise-Highlight. Cucuruzzu liegt in einem wunderschönen Steineichenwald. Riesige, teilweise herrlich verrückt geformte Granitfelsen liegen zwischen den Bäumen, kleine Wege führen hindurch und dazwischen tauchen plötzlich die Spuren jahrtausendealter Besiedlung auf. Die etwa drei Kilometer lange Runde führt durch einen beinahe märchenhaften Wald, zwischen Granitformationen und mitten durch die archäologischen Anlagen. Geschichte zum Durchlaufen und Anfassen: ganz klar eine 10/10.



Solenzara mit Kindern: Baden zwischen Felsen und natürlichen Pools
Ähnlich begeistert wie das Asco-Tal hat uns anschließend die Region rund um Solenzara. Glasklares, Flusswasser fließt zwischen hellen Felsen hindurch und bildet immer wieder natürliche Pools, Sprungstellen und Badeplätze.


Camping-Tipp: U Rosumarinu
Übernachtet haben wir auf dem Camping U Rosumarinu an der Straße Richtung Bavella. Der Campingplatz ist modern, sauber und liegt direkt am Solenzara-Fluss. Es gibt sogar eine eigene wunderschöne Badestelle unmittelbar am Campingplatz. Das Wlan reicht zwar nur bis zu den Waschräumen, aber bei dieser Lage konnten wir damit ziemlich gut leben.
Zurück nach Bastia: eine letzte Nacht direkt am Meer
Wir schließen die Rundreise durch Korsika dort wo wir sie begonnen haben: in Bastia. Da unsere Fähre morgens um 8 Uhr ablegte, wollten wir für die letzte Nacht einen Campingplatz in Hafennähe – möglichst ohne dafür auf einen letzten Sprung ins Meer verzichten zu müssen. Viel Auswahl gibt es nicht und so landeten wir (wie alle anderen auch) auf dem riesigen Camping San Damiano. Der Campingplatz ist wie ein eigenes Dorf, bietet aber alle Annehmlichkeiten: moderner Sanitärbereich, Supermarkt, Pool, Spielplatz, Restaurant und direkter Zugang zum Strand. Für unsere letzte Nacht war der Platz perfekt. Für einen längeren Aufenthalt wäre diese Ferienanlagen-Atmosphäre eher nicht unser Ding.
Unser Reiseführer-Tipp für Korsika

Für die Planung unserer Rundreise hatten wir den Reiseführer Naturzeit mit Kindern: Korsika: 50 Wander- und Entdeckertouren in den Bergen und am Meer* dabei – und den können wir wirklich empfehlen.
In dem Buch steckt unglaublich viel Detailarbeit und Recherche. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten findet man darin vor allem jede Menge Wanderungen, Badeplätze, Naturerlebnisse und Ausflugsziele, die für Familien spannend sind. Gefühlt ist wirklich alles Sehenswerte auf der Insel darin versammelt. Viele der Touren führen euch auch abseits der bekannten Pfade und zeigen dir die Insel von ihrer ruhigeren Seite – ideal für alle, die Korsika nicht nur vom Strand aus erleben wollen.
*Affiliate-Link: Wenn du darüber bestellst, unterstützt du unsere Arbeit – für dich bleibt der Preis gleich.
Unser Fazit: Korsika mit Kindern
Landschaftlich hat uns Korsika absolut begeistert. Vor allem das Inselinnere hat unsere Erwartungen teilweise sogar übertroffen. Das Asco-Tal, die Flüsse rund um Solenzara und Cucuruzzu gehören für uns ganz klar zu den schönsten Erlebnissen unserer gesamten Sommerreise.
Trotzdem hat uns die Insel als Gesamtpaket weniger überzeugt, als wir vor der Reise erwartet hatten. Das teilweise schwierige Preis-Leistungs-Verhältnis, einige Begegnungen, bei denen wir uns als Gäste erstaunlich wenig willkommen gefühlt haben, und die für uns überraschend schlechte Internetversorgung haben unseren Gesamteindruck ebenfalls geprägt.
Warum Korsika für uns trotz all der wunderschönen Orte nicht zur großen Reiseliebe geworden ist, haben wir in einem eigenen Erfahrungsbericht aufgeschrieben: Korsika war wunderschön. Und hat uns trotzdem nicht überzeugt – unsere ehrlichen Erfahrungen. Coming soon.
