2026 ist für uns das Jahr der Orte, die ich mit meinen Kindern noch einmal ganz neu entdecken darf. Neben Marokko und Barcelona war auch Valencia mit Kindern dran – und die Stadt hat mich als Familiendestination wirklich überrascht.
Valencia ist nicht nur die drittgrößte Stadt Spaniens, sondern auch eine Stadt mit über 2.000 Jahren Geschichte. Trotzdem fühlt sie sich erstaunlich leicht an. Nicht so laut, nicht so überfordernd, nicht so hektisch wie viele andere Städte dieser Größe. Genau das hat mir an Valencia sofort gefallen: Du bekommst Stadtgefühl, schöne Viertel, besondere Architektur und spannende Sehenswürdigkeiten – aber eben auch unglaublich viel Platz, Bewegung und Natur.
Die Altstadt ist charmant und lebendig, ohne einem ständig das Gefühl zu geben, von einem Must-see zum nächsten hetzen zu müssen. Die Ciutat de les Arts i les Ciències ist dazu das moderne, fast futuristische Gegenstück und beeindruckt mit ihren klaren Linien, den weißen Gebäuden und dieser intensiven blau-weißen Farbwelt. Und dann sind da auch noch die Strände direkt in Stadtnähe. Genau diese Mischung machte Valencia mit Kindern für uns extrem sympathisch.
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Ein erster Eindruck: Mit Kindern durch Valencias Altstadt spazieren
Beim ersten Stadtbesuch haben wir uns erst einmal ganz entspannt durch den Jardín del Turia treiben lassen.
Jardín del Turia
Der Turia ist viel mehr als nur ein Park. Das ehemalige Flussbett ist einer der entspanntesten und genialsten Stadträume geworden, die ich in Europa erlebt habe. Es zieht sich als riesiges grünes Band durch die Stadt und verbindet viele der wichtigsten Ecken Valencias miteinander. Du kannst hier einfach spazieren gehen, auf Spielplätzen hängen bleiben oder – was in Valencia extrem beliebt ist – das ehemalige Flussbett mit dem Fahrrad erkunden. Allein dieser Ort macht Valencia mit Kindern schon sehr besonders.
Von dort aus sind wir – auch ein bisschen vom Hunger getrieben – in Richtung Altstadt abgebogen.
Plaza de la Virgen
Unser erster richtiger Altstadtstopp war die Plaza de la Virgen mit dem Turia-Brunnen und der Kathedrale – bei uns ganz entspannt mit einem Eis in der Hand. Dieser Platz ist einer der schönsten Orte, um kurz anzukommen und die Stimmung der Altstadt aufzusaugen. Rundherum liegen einige der wichtigsten historischen Gebäude der Stadt, gleichzeitig ist die Plaza aber auch ein lebendiger Treffpunkt. Menschen laufen hin und her, Kinder jagen lachend den Tauben nach, irgendwo rollt einer mit einem Skateboard vorbei. Wir haben uns ein Croissant, einen Kaffee und ein Eis gegönnt und die Umgebung einfach auf uns wirken lassen.


Mercado Central de Valencia
Von hier aus ist der Mercado Central fast ums Eck. Er gehört zu den bekanntesten Stationen in der Altstadt und gilt als größter Frischwarenmarkt Europas. Auch architektonisch ist er beeindruckend. Wir haben ihn trotzdem ausgelassen, weil es zeitlich einfach nie so richtig gepasst hat. Und ganz ehrlich: Was will ich auf einem Markt, wenn ich gerade gar nichts essen will? 😉 Wenn du Lust auf Markthallen, Essen und dieses typische Stadtgewusel hast, würde ich ihn aber trotzdem auf dem Zettel behalten.
El Carmen und das Katzenhaus
Stattdessen sind wir weiter in Richtung El Carmen gelaufen. Dieses Viertel ist ein charmanter Mix aus verwinkelten Gassen, kleinen Plätzen mit Cafés, aufgemotzten und heruntergekommenen Gebäuden und ganz viel Street Art. Ein unglaublich lebendiges und authentisches Viertel.
Gerade mit Kindern sind die vielen Graffitis super, weil es unterwegs ständig etwas zu entdecken gibt. Mitten in El Carmen findest du außerdem eine der wohl skurrilsten und kleinsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: das Casa de los Gatos, also das kleine Katzenhaus. Ein völliger Mini-Spot – aber unsere Kids hatten eine richtige Freude und haben sogar die Hauskatze kennengelernt.



Torres de Serranos
Von El Carmen aus sind wir durch die Torres de Serranos wieder in Richtung Turia gelaufen. Das einstige Stadttor gehört zu den wichtigsten Überresten der mittelalterlichen Stadtmauer von Valencia. Heute ist es vor allem ein markanter Punkt am Rand der Altstadt und ein schöner Übergang zurück ins Grün. Von dort aus haben wir unseren Tag im Cabanyal ausklingen lassen.
El Cabanyal und Valencias Stadtstrände
Hungrig führte unser nächster Weg ins Cabanyal, das frühere Fischerviertel. Dort haben wir erst einmal einen Stopp in unserem liebsten plant-based Restaurant eingelegt: dem Mestiza. Cabanyal hat einen ganz eigenen, aber wie ich finde äußerst charmanten Charakter mit seinen farbigen Fassaden, niedrigen Häusern und dieser leicht rauen, kreativen Atmosphäre.
Und das Beste: Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Strand. Perfekt also, um den Tag entspannt am Meer ausklingen zu lassen. Die Stadtstrände und die südlich gelegenen Naturstrände gehören ganz klar zu den großen Pluspunkten Valencias als Städteziel.



Unsere liebsten Aktivitäten in Valencia mit Kindern
1. Jardín del Turia und der Gulliver Park
Wie oben schon geschrieben, ist der Jardín del Turia für mich einer der Hauptgründe, warum Valencia mit Kindern so gut funktioniert. Der mehr als neun Kilometer lange Grüngürtel folgt dem ehemaligen Flussbett des Turia und ist heute ein riesiger Naherholungsraum mitten in der Stadt.
Mitten darin liegt auch der berühmte Gulliver Park – eine rund 60 Meter lange Spiellandschaft mit Rutschen, Seilen und Klettermöglichkeiten. Der riesige Spielplatz ist kostenlos zugänglich und liegt in der Nähe der Ciutat de les Arts i les Ciències. Die Anlage ist von Gullivers Reisen inspiriert und für Kinder wirklich ein Highlight.


2.La Ciudad de las Artes y las Ciencias (en valenciano: Ciutat de les Arts i les Ciències)
Schon allein optisch ist die Ciutat de les Arts i les Ciències ein echtes Highlight. Selbst wenn man keines der Häuser besucht, lohnt es sich, durch dieses futuristische Areal zu spazieren. Besonders schön ist die Anlage auch am Abend, wenn alles beleuchtet ist und sich die Gebäude in den Wasserflächen spiegeln. Zum Komplex gehören unter anderem das Oceanogràfic, das Museu de les Ciències und das Hemisfèric. Falls ihr euren Besuch genauer planen wollt, findet ihr hier die offizielle Übersicht zur Ciutat de les Arts i les Ciències.
2.1 L’Oceanogràfic
Wir haben uns dort für das Oceanogràfic entschieden – und das war mit Kindern natürlich ein Volltreffer. Es ist das größte Aquarium Europas und zeigt die wichtigsten marinen Ökosysteme der Welt.
Aber eigentlich ist es mehr als nur ein Aquarium – eher eine kleine Weltreise unter Wasser. Du gehst von der Arktis in die Tropen, stehst im Glastunnel unter Haien, siehst Belugas, Pinguine, Quallen und vieles mehr. Ganz nebenbei lernen die Kinder dabei auch richtig viel über Ozeane und Lebensräume.
Klar kann man bei Zoos und Aquarien immer auch die ethische Frage stellen. Das muss jede Familie für sich selbst entscheiden. Für uns war es am Ende ein Erlebnis, das sich trotz des recht hohen Eintrittspreises definitiv gelohnt hat.
2.2 Das Wissenschaftsmuseum – auch mit Kindern toll
Falls du nicht ins Aquarium möchtest oder eine etwas günstigere Alternative suchst, ist das Museu de les Ciències spannend. Das Museum setzt stark auf interaktive Zugänge, und auf der offiziellen Seite werden eigene Mitmachformate für Kinder hervorgehoben. Wir haben es diesmal ausgelassen, weil wir kurz davor schon in Barcelona das CosmoCaixa besucht hatten und uns deshalb fürs Aquarium entschieden haben. Als Familienoption würde ich es aber definitiv im Hinterkopf behalten.



3. Albufera und El Saler
Die Albufera liegt direkt südlich von Valencia und ist für ihre Lagune, ihre Vogelwelt und die typischen Bootstouren mit traditionellen Fischerbooten bekannt. Wenn du neben der Stadt auch noch Natur erleben willst, ist das einer der schönsten Orte rund um Valencia.
Viele Bootsfahrten dauern ungefähr 45 Minuten und starten an verschiedenen Anlegestellen rund um den Naturpark. Gerade zum Sonnenuntergang ist das richtig schön.
In Valencia selbst gibt es keine klassischen Sonnenuntergänge direkt übers Meer. Der Hotspot für rote Abendhimmel ist hier die Albufera. Wer mag, erlebt den Sonnenuntergang sogar direkt vom Boot aus – und das lohnt sich wirklich.


4. Bioparc Valencia mit Kindern
Was wir selbst nicht besucht haben, aber was bei Familien immer wieder sehr gelobt wird, ist der Bioparc Valencia. Wenn ihr Tiere liebt oder noch einen zusätzlichen Programmpunkt für die Kinder sucht, ist das sicher eine gute Option.
Schöne Ausflüge und Wanderungen ab Valencia mit Kindern
Wenn ihr mehr als nur ein paar Tage oder ein Wochenende in Valencia seid, lohnen sich auch Ausflüge in die weitere Umgebung von Valencia. Anbei stelle ich dir zwei tolle Naturhighlights und Wanderungen mit Kindern vor:
Montanejos und der warme Fluss
Montanejos liegt rund 90 Kilometer nordwestlich von Valencia und ist vor allem für die Fuente de los Baños bekannt, eine Thermalquelle im Fluss Mijares. Montanejos fanden wir landschaftlich richtig schön. Die Kulisse mit den Felsen und dem türkisfarbenen Wasser ist schon ziemlich besonders und auch für kleine Wanderungen wirklich toll..
Die Fuente de los Baños wird als „heiße Quelle“ mit etwa 25 Grad Wassertemperatur im Fluss beschrieben. Ob sie wirklich immer genau diese Temperatur hat, kann ich nicht sagen, „heiße Quelle“ ist definitiv übertrieben, aber wärmer als viele unserer Flüsse fühlt sich das Wasser (zumindest aus österreichischer Perspektive) dort schon an. Die Badezone ist über 100 Meter lang und liegt eindrucksvoll zwischen Kalksteinfelsen, also auf jeden Fall ein besonderes und wunderschönes Plätzchen.


Chulilla, Charco Azul und die Ruta de los Calderones
Chulilla liegt rund eine Stunde von Valencia entfernt und ist vor allem für die spektakuläre Schluchtlandschaft bekannt. Die Ruta de los Pantaneros ist eine bekannte Wanderung durch den Canyon bei Chulilla und vor allem für ihre spektakulären Hängebrücken bekannt. Direkt beim Dorf selbst gibt es außerdem noch zwei weitere schöne, kinderfreundliche Spaziergänge: einen zum Charco Azul und einen zu einer großen, halboffenen Höhle direkt in der Canyonwand.


