Home ReisenEuropaRumänien6 außergewöhnliche Orte in Rumänien – abseits des Mainstream, die uns richtig beeindruckt haben

6 außergewöhnliche Orte in Rumänien – abseits des Mainstream, die uns richtig beeindruckt haben

von Kristina

Rumänien ist noch immer ein Geheimtipp in Europa – und genau das macht das Land so spannend. Während sich die meisten Reisenden auf die mittelalterlichen Städte Transsilvaniens (Brașov [Kronstadt], Sibiu [Hermannstadt] und Sighișoara), das pulsierende Bukarest, oder Graf Draculas Schloss Bran konzentrieren, haben wir mit unserem Dachzelt einige wirklich geniale Orte abseits der klassischen Route besucht, die uns wirklich überraschten: wilde Schluchten, surreale Felsformationen, Lost Places, einsame Bergstraßen und Dörfer, in denen die Zeit langsamer läuft.

Hier kommen 5 außergewöhnliche Orte in Rumänien, die perfekt sind, wenn du Rumänien abseits der Touristenpfade entdecken willst.

1) Vom Eisernen Tor bis ins Donaudelta: Rumäniens Natur-Show entlang der Donau

Kaum ein Fluss prägt Rumänien so stark wie die Donau. Sie markiert Grenzen, verbindet Regionen – und liefert gleich zwei Landschaften, die unterschiedlicher kaum sein könnten: einmal dramatische Felskulisse am Eisernen Tor, einmal Wasserlabyrinth und Wildnis pur im Donaudelta. Wenn du Rumänien abseits der Städte erleben willst, ist diese Donau-Achse ein Volltreffer.

Das Eiserne Tor (Porțile de Fier)

Am Eisernen Tor (Porțile de Fier) bildet die Donau auf einem langen Abschnitt die Grenze zwischen Rumänien und Serbien. Genau hier zwängt sich der Fluss durch eine enge Passage zwischen steilen Felswänden – eine der spektakulärsten Flusslandschaften des Landes. Rund um Orșova und Drobeta-Turnu Severin findest du gute Aussichtspunkte, die mit einer kurzen Wanderung erreichbar sind und vor allem Bootstouren, bei denen die Dimensionen erst richtig wirken. Die GPX-Daten der Wanderung findest du auch auf meinem Komoot-Profil.

Das Donaudelta (Delta Dunării) bis ins Schwarze Meer

Am anderen Ende Rumäniens wird aus dem mächtigen Strom ein verzweigtes Netz aus Kanälen, Schilf, Seen und Inseln: das Donaudelta, einer der beeindruckendsten Naturparks Europas. Statt Felsen bekommst du hier Stille, weite Horizonte und eine enorme Vogelwelt – bevor die Donau schließlich an langgezogenen weißen Sandstränden ins Schwarze Meer fließt.

2) Geamăna: Das versunkene Dorf im Tailings-See

Nicht jeder außergewöhnliche Ort ist außergewöhnlich, weil er „schön“ ist. Manche Orte sind besonders, weil sie einen still machen – und weil sie zeigen, was passiert, wenn Profit über Menschen und Natur gestellt wird. Geamăna in den rumänischen Karpaten ist genau so ein Ort.

Fotogen und traurig zugleich: Ein ganzes Tal wurde durch toxische Bergbau-Schlämme überflutet. Heute ragen Kirchturm und Dächer aus einem farbig schimmernden See. Das wirkt surreal, fast wie ein Filmset – aber dahinter stehen echte Geschichten von Vertreibung, Verlust und zerstörter Heimat.

Hintergrund: Was ist in Geamăna passiert – und warum ist das Tal überflutet?

Geamăna liegt in einem Seitental im Apuseni-Gebirge (Westkarpaten). In der kommunistischen Industrialisierungsphase wurde oberhalb das große Kupfertagebau-Projekt Roșia Poieni ausgebaut – und für die anfallenden Rückstände aus der Erzaufbereitung brauchte man ein „Ablagerungsbecken“. Dafür wurde das Tal bei Geamăna aufgestaut und schrittweise als Tailings-/Absetzbecken genutzt. Die auffälligen Farben kommen nicht von „normalem“ Schlamm, sondern hängen mit saurem Grubenwasser zusammen (Acid Mine Drainage).

Für die Bewohner hatte das massive Folgen: Laut Reportage-Recherche wurden die Menschen ab Ende der 1970er Jahre zur Umsiedlung gedrängt; viele Familien verließen das Tal, während einzelne bis heute in höher gelegenen Bereichen in der Nähe geblieben sind.

  • Kein Baden, kein Wasserkontakt – nicht „nur“ wegen Dreck, sondern wegen möglicher chemischer Belastungen.
  • Respektvoll bleiben: leise, nichts anfassen/mitnehmen, keine Drohnen-Show über bewohnten Bereichen, kein „Lost-Place-Posing“.

3) Cheile Turzii (Turda-Klamm) & Salzbergwerk Turda: Schlucht-Abenteuer und Untergrund-Wow

Mitten in Transsilvanien, in der Gegend um Turda (nicht weit von Cluj-Napoca), warten gleich zwei komplett unterschiedliche Abenteuer auf engem Raum: draußen eine dramatische Schlucht – und nur wenige Minuten entfernt eine der spektakulärsten Unterwelten Rumäniens.

Cheile Turzii – die Turda-Klamm

Die Cheile Turzii ist eine spektakuläre Schlucht mit Felswänden und gutem Wanderfeeling. Ideale Wanderung für einen halben Tag. Der Weg ist grundsätzlich einfach und erfordert keine übermäßige Fitness, allerdings gutes Schuhwerk, es geht manchmal auf schmalen und teilweise rutschigen Wegen eher flach dahin.

Salina Turda – das Salzbergwerk Turda

Hier geht’s unter die Erde: Das Salzbergwerk Turda ist ein unterirdisches, illuminiertes Bergwerk mit riesigen Grotten – und ja, sogar mit einem kleinen „Vergnügungspark“: Riesenrad, Bootsfahrten auf einem unterirdischen See und dazu diese besondere Atmosphäre. Ungewöhnlich, ein bisschen verrückt – und genau deshalb so cool.

4) Schlammvulkane Berca (Vulcanii Noroioși): Rumäniens kleine Mondlandschaft

Die Schlammvulkane von Berca liegen in der Region Buzău im Osten Rumäniens. Sie sehen aus, als hätte jemand ein Stück Mond auf die Erde gesetzt. Solche Landschaften sind in Europa extrem selten: Auch wenn hier keine heiße Lava fließt, funktioniert das Prinzip ähnlich wie bei einem Vulkan. Gase aus tieferen Erdschichten drücken Schlamm und salziges Wasser nach oben, es blubbert, baut kleine Kegel und Krater auf – und verändert die Oberfläche ständig. Genau dieses geologische „Live-Spektakel“ macht den Ort so besonders. Gleichzeitig sorgt das salzhaltige Milieu dafür, dass rundherum kaum Pflanzen wachsen – dadurch wirkt alles noch karger und unwirklicher.

Es gibt mehrere Bereiche, vor allem Pâclele Mari und Pâclele Mici, und Parken sowie Eintritt sind vor Ort geregelt und liegen bei günstigen 4RON pro Erwachsenem und 1RON pro Kind, beachte, dass hier nur Barzahlung möglich ist. Am frühen Morgen oder späten Nachmittag wirkt die Landschaft durch das schräge Licht nochmal deutlich unwirklicher und die Sonne ist nicht mehr so stark.

5) Rumäniens Braunbären in freier Wildbahn beobachten, zB an der Transfăgărășan

Rumänien ist eines der besten Länder Europas, um Braunbären in freier Wildbahn zu erleben: Das Land beherbergt die größte Braunbärenpopulation in Europa außerhalb Russlands – je nach Studie/Datengrundlage werden aktuell grob rund 10.000 bis über 12.000 Tiere genannt. Es wundert also nicht, dass es hier viele Orte gibt, an denen du geführte Bärenbeobachtungen machen kannst, meist aus sicheren Verstecken, aus denen du die Tiere beobachten kannst, ohne sie an den Menschen zu gewöhnen.

Der bekannteste Spot, an dem man mit fast 100%iger Garantie Bären zu sehen bekommt ist aber die Die Transfăgărășan Panoramastraße in den Südkarpaten. Hier kannst du die Bären direkt vom Auto aus neben der Straße beobachten. Das wirkt spektakulär, ist aber heikel, weil genau diese Bären oft gelernt haben, dass Autos = Futter bedeuten. Jährlich kommt es hier aufgrund von Unbedachtkeiten zu tragischen Unfällen. Die Bären an sich sind ruhig und ungefährlich, sofern du einige Grundregeln beachtest:

  • Wir bleiben im Auto und beobachten die eindrucksvollen Tiere durch die geschlossenen Fenster.
  • Die Bären werden keinesfalls gefüttert. Das ist gefährlich für dich und schlecht für die Tiere. In Rumänien werden dafür auch hohe Strafen verhängt.
  • Nicht aussteigen, wenn Bären in der Nähe sind.

6) Băile Herculane: Lost-Place-Vibes mit Kaiserzeit-Charme & gratis heiße Quellen

Wenn du Orte magst, die gleichzeitig wunderschön und ein bisschen melancholisch sind, dann setz Băile Herculane auf deine Liste. Der Kurort liegt spektakulär im Cerna-Tal und war schon bei den Römern bekannt – im 19. Jahrhundert wurde er dann zum mondänen Kur-Hotspot der „Reichen und Schönen“ im Kaiserreich.

Heute ist genau dieser Kontrast das Spannende: Neben renovierten Ecken stehen Gebäude, die wirken wie ein Filmset. Das bekannteste Lost-Place-Highlight ist der verfallene Kurkomplex Băile Neptun – riesig, einst elegant, heute bröckelnd und unglaublich fotogen.

Und das Beste: Gleich daneben findest du heiße Quellen, in denen man gratis baden kann – teils als einfache Becken, teils direkt am Fluss, wo sich Thermalwasser und Cerna mischen.

Diese Orte zeigen ziemlich gut, wie vielfältig Rumänien ist: von Flusslandschaften und Naturparks über bizarre Geologie bis hin zu unterirdischen Welten und echter Wildnis. Wenn du Rumänien auch abseits des Mainstream erleben willst, sind sie perfekte Bausteine für einen Roadtrip. Passend dazu findest du auch hier unsere Reiseroute – 3 Wochen Rumänien Roadtrip.

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